Saturday, April 29, 2006

Konzertrezension: 5. Bonner Irish Folk Festival am 29.4.2006 in der Harmonie in Bonn-Endenich


5. Bonner Irish Folk Festival am 29.4.2006 in der Harmonie in Bonn-Endenich

Man glaubt es kaum, aber das BIFF fand in diesem Jahr schon zum fünften Mal statt, der halbe Weg zum zehnjährigen Jubiläum ist geschafft, wie Alexander May, also Näx, der in gewohnter Weise freundlich durchs Programm führte, es sagte. Dieses kleine Jubiläum brachte mir auch den Auftrag, für den Folker! 04.06 (erscheint im Juli) einen kleinen Ortstermin-Bericht zu schreiben, der mich aber nicht davon abhält, auch den Leserinnen und Lesern des folkigen Rundbriefes eine Rezension zu liefern, denn für selbigen berichtete ich von Anfang an von den BIFFs, und das soll auch so bleiben.

Wie seit dem 3. BIFF üblich, hatten zwei der drei auftretenden Gruppen direkt mit Bonn oder näherer Umgebung was zu tun, indem zumindest ein Mitglied hier wohnt, und eine kam von auswärts.

Den ersten Act bildeten Tom Kannmacher (Uilleann Pipes, Flute, Gesang) & Stefan Hennes (Gitarre, Gesang) als Duo. Beide waren nicht das erste, sondern das dritte Mal beim BIFF auf der Bühne, wenn auch das erste Mal als Duo. Zum einen boten sie bodenständige, traditionelle irische Tunes, zum zweiten Lieder auf Gälisch (gesungen von Tom) und Englisch (gesungen von Stefan), zum dritten einen Ragtime auf der Pipe mit Gitarrenbegleitung und viertens einen lustigen deutschen Text aus dem Musikschulalltag über eine Mutter, die geduldig ihr quengelndes Kind für den Musikunterricht anzieht zu dem Reel „Mother and Child“. Ich bewundere immer wieder Toms Experimentierfreudigkeit, die er bei aller Betonung der Traditionsverwurzelung an den Tag legt und vor allem auch den Witz, mit dem er das vorträgt. Stefan brillierte mit filigraner Gitarrentechnik, die aus seiner Begleitung eine feine Musik machte.

Als zweites trat Whisht!, aka Krobfbob, auf. Ekhart Topp (Gitarre, Gesang), Holger Ries (Percussion, Bhodrán, Gesang), Johannes Schiefner (Uilleann Pipes, Flute, Gesang), Sabrina Palm (Fiddle) und Gastmusiker Franjo Zenz (Keyboard) begannen ihr neues Repertoire mit einem langsamen Intro, das nicht einfach nur eine Hinführung auf den folgenden Rhythmus, sondern richtungsweisend dafür war, in welche Richtung sich die Band entwickelt. Leicht jazzig klang es, ein urbaner Traum von einer irischen Community in einer internationalen Großstadt, immer im Kontakt mit allerlei anderen Ethnien. Dann wurde es doch schnell und rhythmisch, Rythm & Reel eben, wie Richard Schubert den Stil nennt, und sehr druckvoll und groovig und mehrstimmig obendrein. Die Zeit war knapp, nur dank einer technischen Panne hatte Ekhart Gelegenheit, eine Geschichte zu erzählen, die zugleich ein Rätsel war. Er hatte nämlich die Ortskennzeichen der Nummernschilder der Autos der Bandmitglieder zu einem Wort zusammengesetzt, wobei Krobfbob herauskam und schlug vor, die Band umzubenennen, da es in England schon eine Band namens Whisht gebe. Das Rätsel bestand darin, die Orte zu nennen, in denen die Autos zugelassen sind, aber es wurde an dem Abend nicht gelöst, und ich löse es hier auch nicht. Nur ein Tipp: Sabrina wohnt in Bonn, kam aber zu Fuß, so dass man über ihr Nummernschild nicht nachdenken muss. Sie spielten dann bekanntere Stücke, auch wieder die bretonische Ridée, und diesmal riss ich meiner Petra nicht beinahe den kleinen Finger raus. Also entweder hatten die Musiker nun das richtige Tempo oder Petra und ich die richtige Handtechnik. Dabei zogen Ekhart und Holger schwarze Mützen auf, um bretonisch auszusehen (andere tun das, um irisch auszusehen), und zwar die Mützen mit dem Känguru drauf, wovon ich auch eine habe. Hergestellt sind die in China. Irish Folk goes global. Von den vier Malen, in denen ich Whisht! bisher hörte, hat mir dieser Gig am besten gefallen, außer, dass er viel zu kurz war. Es ist übrigens die CD fast fertig, und ich werde nach Möglichkeit davon berichten, sobald sie da ist.


Auch die dritte Gruppe schaute auf die Uhr, denn die Nachbarn der Harmonie scheinen gnadenlos zu sein und nach 23 Uhr keinen Spaß mehr zu verstehen. Spaß hingegen verstand Ede, eigentlich Dennis Werner aus Stedesand in Nordfriesland, der nicht nur sang und Gitarre spielte, sondern in nordischem Hochdeutsch (nein, es war weder plattdütsch noch friesisch) und mit viel Humor durch den Auftritt der Gastgruppe Ballynacally führte. Die anderen Bandmitglieder waren – und da hier kein Rätsel zu lösen ist, nenne ich die Herkunfts- und Wohnorte gleich mit - : Ole Carstensen (ursprünglich von der Insel Föhr in Nordfriesland, jetzt Kiel; Box = Button-Accordion), Jan Faltings (ursprünglich von der Insel Föhr, jetzt Bremen; Mandoline, Bouzoukie, Banjo, Gesang), Keike Faltings (Insel Föhr; Gesang), Jochen Malchau (Hamburg; Fiddle) und Hauke Matthies (Hamburg; Bodhrán, Flute). Ja, sie schauten ständig auf die Uhr und spielten, was die Finger hergaben, als hätten sie Angst, wieder in einen Stau zu geraten, wie auf ihrer Herfahrt in Wuppertal geschehen. Ihre Musik war rein traditionell, ohne jetzt darlegen zu wollen, was das genau ist, jedenfalls legten sie all ihr können in die Darbietung der Musik, (fast) ohne mit ihr zu experimentieren. Sie spielten großenteils unisono, wie eine Ceilidhband, wodurch man neben der Fiddle das Akkordeon leider kaum hörte, denn erstere hatte einen eingebauten Tonabnehmer, letzteres nur zwei Mikrophone außen, so dass auch die Mischpultbesatzung (Andree und Axel) das nicht ausgleichen konnte. Doch wenn Jochen mal Pause machte, hörte man, wie wunderschön sich Oles Knopfakkordeon unter der Arbeit seiner Finger anhörte, womit ich gar nichts gegen Jochens wirklich meisterhaftes Fiddlespiel sagen möchte, es war nur eben sehr laut. Sehr sehr schön und trotz des Zeitdrucks gänzlich ungehetzt hörte sich auch Keikes Stimme an, die traurige Balladen von unter Liebeskummer leidenden irischen Mädchen transportierte. Das Publikum hielt die Luft an und entbrannte in einen stürmischen Applaus, so dass die nachfolgenden Tunesets fast darin untergingen, bis der Applaus in deftiges Mitklatschen überging. Und zum Anschluss ihres Auftritts sangen sie „Step it out Mary“, unterlegt mit einem Reel, also doch eher modern als traditionell arangiert. Der Name „Ballynacally“ heißt auf Gälisch „Dorf der alten Frauen“, was die Friesen nicht wussten, als sie sich ihn aussuchten. Aber sie nehmen es mit Humor.

Den offiziellen Abschluss bildete die Festivalsession aller Musiker(innen) auf der Bühne, den inoffiziellen die anschließende Session im Fiddlers Irish Pub, zu der Petra und ich auch gingen, aber erst nach einem leckeren Nachtmahl in der Harmonie, wodurch wir in den Raum, der von Musiker(inne)n überfüllt war, gar nicht mehr rein passten. Mir viel das Lied „10 000 Geiger“ von Truck Stop ein, wenn man hier auch drei Nullen streichen konnte. Und trotzdem schafften es Till und Näx, ihren Tin Whistles Gehör zu verschaffen. Das ging so bis..., ich weiß nicht, aber wir gingen so gegen halb zwei.

Sabrina Palm hat da nicht nur als Fiddlerin, sondern vor allem als Hauptorganisatorin wieder ein feines Festival auf die Beine gestellt. Und die Deutsch-Irische Gesellschaft Bonn hat es finanziell unterstützt. Das kann gerne so weiter gehen, auf dass die 10 BIFFs voll werden, mindestens!

http://www.biff.de.vu/
http://www.kannmachmusik.de/
http://www.kannmacher-hennes.de.vu/
http://www.whisht.de/
http://www.ballynacally.de/
http://www.harmonie-bonn.de/
http://www.deirge-bonn.de/


Und ich weise noch auf meine bisherigen BIFF-Rezensionen hin:
http://folktreff-bonn-rhein-sieg-rezensionen.blogspot.com/2002/04/konzertrezension-1-bonner-irish-folk.html bzw. http://tinyurl.com/8oltl
http://folktreff-bonn-rhein-sieg-rezensionen.blogspot.com/2003/04/konzertrezension-2-bonner-irish-folk.html bzw. http://tinyurl.com/7dtj3
http://folktreff-bonn-rhein-sieg-rezensionen.blogspot.com/2004/04/konzertrezension-3-bonner-irish-folk.html bzw. http://tinyurl.com/7a877
http://folktreff-bonn-rhein-sieg-rezensionen.blogspot.com/2005/04/konzertrezension-4-bonner-irish-folk.html bzw. http://tinyurl.com/auwdz

Rezis von mir zu Whisht!:
http://folktreff-bonn-rhein-sieg-rezensionen.blogspot.com/2004/10/konzertrezension-whisht-am-9102004-im.html bzw.http://tinyurl.com/aqjjt
http://folktreff-bonn-rhein-sieg-rezensionen.blogspot.com/2005/12/konzertrezension-whisht-im-bungersthof.html bzw. http://tinyurl.com/bnyt7

Zu Tom Kannmacher und/oder Stefan Hennes:
http://folktreff-bonn-rhein-sieg-rezensionen.blogspot.com/2004/12/konzertrezension-weihnachtskonzert-mit.html bzw. http://tinyurl.com/clmks http://folktreff-bonn-rhein-sieg-rezensionen.blogspot.com/2005/04/konzertrezension-die-erkelteten-und.html bzw. http://tinyurl.com/8oy6w
http://folktreff-bonn-rhein-sieg-rezensionen.blogspot.com/2006/03/konzertrezension-die-erkelteten-und.html bzw. http://tinyurl.com/jnsoe

MAS

Tuesday, April 25, 2006

Konzertrezension: Harald „Paddy“ Schmidt am 25.4.2006 in der Harmonie in Bonn-Endenich

Harald „Paddy“ Schmidt am 25.4.2006 in der Harmonie in Bonn-Endenich

"Paddy" Schmidt in der Bonner Harmonie

Dienstag, 25.04.2006


Wer schon einmal "Paddy goes to Holyhead" gehört hat, der kennt auch "Paddy" Schmidt. Denn er ist [nach einer kreativen Pause, in der er durch Mark Patrick vertreten wurde; Anm. d. Red.] der Frontman dieser bekannten und beliebten Band. Aber nicht nur das, Paddy ist auch ein ausgezeichneter Entertainer, der sein Publikum ganz alleine bestens unterhalten kann. Das hat er am vergangenen Dienstag wieder mal unter Beweis gestellt. Vor einem mit rund 60 Zuhörern leider nicht besonders gut besetzten Saal stellte er seine neue CD "In Good Company" der Öffentlichkeit vor. Mit Gitarre und Mundharmonika sich selbst begleitend gab er etliche der auf
dieser Scheibe aufgenommenen Songs zu Gehör. Dabei konnte ich wieder einmal seine starke, faszinierend klare und geübte Stimme, die ohne großen technischen Aufwand auch größere Säle füllt, bewundern. Aber nicht nur durch den gekonnten Vortrag etlicher Lieder, Balladen und Tunes aus dem reichhaltigen Repertoire keltischen Musikgutes begeistert Paddy seine Zuhörer, er ist auch ein Meister der witzig-humorvollen Conference, die mir schon immer bei seinen Auftritten im Rahmen seiner Tournee "Whiskey and Women" imponiert hat. Denn weite Teile des Abends wurden nicht nur mit Gesang bestritten, sondern waren humorvoll vorgetragene Geschichten aus dem irisch-schottischen Raum, die eine Attacke auf die Lachmuskeln der Zuhörer sind. Diesen Teil der Unterhaltung hat Paddy im Laufe der Jahre zur Perfektion entwickelt. Man kann das als Rezensent schlecht mit Worten beschreiben, man muss das mal live miterlebt haben. Beispielsweise wie er das bekannte Lied "Dirty Old Town" so gekonnt uminterpretiert, dass es in die Stilrichtungen aller möglicher Pop- Rock- und Schlagersänger passte, immer garniert mit haarsträubend komischen Geschichten. Selbst Ballermann-Barde Wolfgang Petry musste dran glauben. Dabei ist das Besondere daran, dass es Paddy gelingt, sowohl stimmlich, gesanglich als auch textmäßig genau den betreffenden Stil und Rhythmus zu treffen und damit das ganze zu einer gelungenen, perfekten Persiflage des betreffenden Sängers zu machen.

Ein weiterer Höhepunkt war die Demonstration, wie man einen schottischen Dudelsack auch anders spielen kann: Man nehme das Instrument, beginne darauf zu spielen und zwischendurch lösche man den aufkommenden Durst - natürlich mit gutem schottischen Whisky - aber ohne mit dem Spiel aufzuhören. Das habe ich bisher nur bei Paddy gesehen. Oder das "Tin-Whistle-Orchester": Paddy bedauerte, dass er für eine zweite Tin-Whistle keinen Mitspieler gefunden hat und spielt einfach auf zwei Tin-Whistle gleichzeitig gekonnt zweistimmig! Einfach nur beeindruckend.

Paddy genießt die Kommunikation mit dem Publikum, er fordert es immer wieder auf, mitzuklatschen und mitzusingen. Und wenn der Refrain dem Publikum zu schwer ist und er nur einige zaghafte Versuche aus dem Zuschauerraum vernehmen kann, dann schreibt er auch mal schnell einen Text um und bietet dem Publikum ganz komplizierte Refraintexte an wie "la-la-la-la-la“. Woraufhin begeistert mitgesungen und mitgeklatscht wird.

Mit seinem vielseitigen Können gibt Paddy dem Irish Folk eine ganz individuelle und einmalige Note, die man nur bei ihm so genießen kann. Nach diesem Abend hoffe ich nun, dass ich bald mal Gelegenheit haben werde, Paddy mit seiner kompletten Band "Paddy goes to Holyhead" hören zu können.

http://www.paddy.de/
http://www.harmonie-bonn.de/

FLR

Friday, April 07, 2006

Konzertrezension: Mirta & The Goalgetters am 7.4.2006 im Bungertshof in Königswinter-Oberdollendorf

Mirta & The Goalgetters am 7.4.2006 im Bungertshof in Königswinter-Oberdollendorf

Und wieder folgte ich mal dem Geschmack meiner Frau Petra zu einem Konzert (umgekehrt kommt es viel häufiger vor) und zwar diesmal in den Bungertshof, wo Mirta & The Goalgetters Latin, Funk und Soul spielen sollten, was sie auch taten. Mirta ist Kubanerin und lebt in Köln, die Goalgetters sind eigentlich eine eigene Band, die sich für diese Tour und die Einspielung des Albums „with influence“ mit Mirta zusammen getan hat und aus Guido Craveiro aus Portugal am Keyboard, Andreas „Schimmel“ Schimmelpfennig aus Deutschland am E-Bass, Mirko „Micky“ Kamo aus Mazedonien am Schlagzeug, Tibor Szücs aus Ungarn an der akustischen Gitarre, Jörg Hartig aus Deutschland an der E-Gitarre und Silvia Palma aus Portugal und Yma America aus Venezuela, die Mirta mit ihrem Hintergrundgesang unterstützten, besteht. So hätten wir sieben Mitmusiker(innen) Mirtas, obwohl im Bungertshofprogrammheft und auf Mirtas Homepage von neuen Leuten die Rede ist. Nummer Acht ist bestimmt Uli „Das Ohr“ Auer am Mischpult, aber Nummer Neun konnte ich nicht ausmachen. Ah, die Liste auf Mirtas Homepage nennt noch Renis Medoza an der Percussion, aber der war an dem Abend wohl nicht da.

Mirta begann Ihren Auftritt mit einem kubanischen Arbeitsgesang, für den sie das Publikum zu einem langsamen rhythmischen Klatschen aufforderte, und der mich an einen Walking Song erinnerte, wie Kerstin Blodig ihn gerne singt. Das war dann aber auch das einzige rein traditionelle Lied des Abends, denn schon das zweite war sehr poppig, aber im Temperament recht zurück haltend. Das blieb nicht lange so, um im Rückblick erwies sich dieses zweite Lied als das langweiligste, da waren sich Petra und ich einig. Uli am Mischpult brauchte auch noch ein paar Lieder, bis er die günstigste Einstellung für alle Musiker gefunden hatte, denn anfangs klang alles ein wenig dröhnend und wenig differenziert, aber nach und nach kamen die einzelnen Instrumente und Stimmen gut heraus. Daran zeigt sich, wie wichtig dieser Job bei nicht rein akustischen Konzerten ist, gerade wenn der Raum selber keine so gute Akustik hat, und ich muss im Nachhinein (und evlt. auch im Voraus) dafür um Entschuldigung bitten, dass ich bei meinen bisherigen Rezensionen die Inhaber der Mischpultfunktion nie erwähnt habe (in Zukunft bemühe ich mich darum). Die teils englisch, teils spanisch gesungenen Lieder entwickelten immer mehr Groove, was auch bedeutet, dass sich ihr Temperament nicht rein durch Tempo zeigte, sondern eher durch einen ruhigen, walzenden Rhythmus, der durch Mirtas Stimme teils deftig, teils filigran umspielt wurde und natürlich auch durch das eine oder andere Solo der E- und A-Gitarre, des E-Basses oder des auf Piano gestimmten Keyboards, die teilweise sehr jazzig klangen. Die akustische Gitarre hatte einen sehr flachen Klangkörper, so dass sie fast wie eine E-Gitarre aussah. An Musikstilen hörte ich neben Soul auch Reggae heraus, einiges erinnerte mich gar an Rap, z.B. an Orishas aus Kuba oder auch an Coolio, besonders gut gefiel mir aber ein Calypsolied namens „Baby sing that song“, das eine richtig fröhliche Stimmung verbreitete, dann meine ich Merengue (Merenge, Meruenge, Marenge, Marengue, Maruenge; Welche Schreibweise stimmt denn da? Ich nehme mal die von Wikipedia.), Samba und Ska heraus gehört zu haben, und auch den einen oder anderen afrikanischen Einfluss, alles in allem aber eine Mischung mit sehr amerikanischem Flair, von Karibik und Florida bis Südkalifornien, also auch sehr sonnig und lebensfroh, und dabei auch etwas ernst im Hintergrund, eine multiethnische Mischung mit Schmelztiegelcharakter. Einige der Lieder schrieb Mirta selbst, nur leider verstand ich die Texte nicht. In einer Ansage sagte sie, ein Lied sei gegen Gewalt und für offene Grenzen. Je ein Lied wurde auch von Yma und Silvia gesungen, die das auch sehr gut konnten. Es kam sehr viel Wärme in der Musik rüber, nicht nur wegen der südlich-sonnigen Assoziationen, sondern auch menschliche, und ich bin sehr froh, dass Petra sich dieses Konzert raus gesucht hat. Sie spielten übrigens zirka eineinhalb Stunden ohne Pause und legten dann noch zwei Zugaben obenauf.

Petra kaufte sich Mirtas CD „with influence“ mit acht Stücken für acht Euro. Die Aufnahmen sind klarer und feiner als die Liveakustik, und es sind auch ein paar Bläser dabei, die mit schönen souligen Partien aufwarten.

Der Bungertshof war übrigens angenehm gefüllt, man konnte bei der Musik Speisen und Getränke genießen (ich wieder ein alkoholfreies Hefeweißbier, diesmal von Erdinger, Petra einen Oberdollendorfer Spätburgunder, und wir beide zusammen eine Käseplatte mit vier leckeren Käsesorten und reichlich Schwarz- und Weißbrot), die Kellner waren in gewohnter Weise schnell zur Hand aber keineswegs aufdringlich, und Hans der Wirt tanzte ausgiebig auf der kleinen Tanzfläche. Da kann man sich schon wohl fühlen!

http://www.mirta.de
http://www.the-goalgetters.de
http://www.bungertshof.de/MAS

Saturday, April 01, 2006

Konzertrezension: Irish Stew am 1.4.2006 in der Harmonie in Bonn-Endenich

Irish Stew am 1.4.2006 in der Harmonie in Bonn-Endenich

Irish Stew aus Herchen an der Sieg dürfte auch Besuchern des Bonner Folktreffs im Anno Tuback noch bekannt sein, denn dort spielten sie nicht nur einmal, und eine der wenigen Rezensionen aus dieser Zeit dokumentiert einen Auftritt von Irish Stew, im Übrigen die vorletzte Folktreff-Veranstaltungen überhaupt im Dezempber 2003. Seit dem habe ich sie auch nicht mehr gehört, obwohl sie schon vor einem Jahr in der Harmonie spielten, aber ich kann ja nicht überall dabei sein. Nun ergab sich aber wieder die Gelegenheit als ich Günter Koch beim Konzert der Lokal Heroes im Januar in der Harmonie traf und er uns zum Irish Stew -Konzert einlud. So schreibe ich jetzt eine Rezension, das hat er nun davon. Er meinte ja ganz bescheiden, sie würden im Vergleich zu anderen doch eher schlecht abschneiden. Ob das so stimmt? Schaut selbst:

Mittlerweile hat sich die Besetzung der Band ein wenig geändert, und ein für mich neues Mitglied, Nelah Moorlampen, begann das Konzert, nachdem Günter das Publikum fragte, ob es nun soweit sei, mit einem ruhigen, mir jetzt namentlich nicht, aber ansonsten doch bekannten irischen Lied, bei dem ich schon den Eindruck gewann, dass der Stil dieser Band sich doch verändert habe. Dieses ging sodann aber über in eine gewohnte rockige Darbringungsweise von „Johnny Cope“, wobei Günter das Publikum aufforderte, kräftig mit zu klatschen. Da er selber sich gerade in dieser Woche eine Erkältung zugezogen hatte, bat er sodann, man möge ihn beim Singen kräftig unterstützen, obwohl, das muss ich sagen, seine angekratzte Stimme gerade den kräftigeren Songs eine nicht unpassende Herbheit verlieh. Es ging weiter mit Songs wie „Rocky Road to Dublin“ und anderen bekannten Hits des Irish Folk, wie zum Beispiel auch „The Star of the County Down“, und auch das Eine oder Anderes aus dem Repertoire von Paddy goes to Holyhead wie „Johnnyboy went to the war“ und „Gipsie’s Wedding Day“, wobei er sich selbst auf Gitarren und Mandola begleitete, Petra Herdtle die E-Geige temporeich strich, so wie ich es in Erinnerung hatte, eine zweite Gitarre aber wieder von einem Neuling, nämlich Klaus Gresista bedient wurde, und auch das Schlagzeug das Ganze noch ein Spur deftiger machte, obwohl von einer Frau bedient, nein, nicht mehr von Karola Mittler, sondern von Marion König, und des weiteren war da noch Mathias Hudelmayer mit seinem Cello, das er mal sitzend strich und mal stehend zupfte. Nun musste Günter aber weder alles alleine singen, noch sich nur auf das Publikum verlassen, sondern einerseits ließ Nelah noch des öfteren ihre wunderbare Stimme ertönen, zum anderen wurde auch Ex-Mitglied Hans Rüdiger Lemke zweimal auf die Bühne gebeten, der zwar seine singende Säge nicht dabei hatte, aber „Ride on“ und anderes zum besten gab. „Ride on“ gehörte nun zu den ruhigeren Liedern des Abends, und dabei zeigte Marion, dass sie nicht nur trommeln, sondern auch Blockflöte spielen kann, und das tat sie in einer zweiten Stimme, so dass ich gerade von diesem Arangement total begeistert war. Auch das von Nelah gesungene „Greensleeves“ begleitete sie mit Blockflöte und Matthias mit dem Cello. Überhaupt dieses Cello, was ja im Folk Rock-Bereich kein häufig anzutreffendes Instument ist, gibt der gesamten Musik von Irish Stew eine ganz besondere Note, auch bei den rockigeren Liedern. Nelah, die übrigens zwischendurch auch Gitarre, Tin Whistle und Bodhrán spielte, liegen meines Erachtens die ruhigeren Lieder auch mehr, denn für Kriegslieder wie „The Haughs O’Cromdale“ scheint mir ihre Stimme zu zart, und viel besser geeignet, „Amazing Grace“ wie ein Gosplelied, klingen zu lassen, was es ja auch urprünglich ist, auch wenn mancher meint, es sei die schottische Nationalhymne. „The Haughs O’Cromdale“ wurde extra als Abstecher nach Schottland angekündigt, obwohl das schon vorher dargebrachte „Johnny Cope“ doch auch schottisch ist, so viel ich weiß, und das „Ye Yacobites“ allemal. Ja, es waren fast alles Lieder, aber das eine oder andere Instrumental kam auch vor, zu, Beispiel ein Set aus „Dingle Regatta“ und den Titelmelodien aus „Pipi Langstrumpf“ und „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“, und sogar an „Toss the Feathers“ wagten sie sich heran, doch fand ich dabei die Blockflöte in der zweiten Stimme im Verhältnis zur Geige in der ersten zu laut, aber erstere ging dann in die erste Stimme von „Amazing Grace“ über, was sehr gekonnt war. Überhaupt ist es meiner Hörerfahrung nach ungewöhlich und deshalb originell, diesem Reel eine zweite Stimme hinzu zu gesellen. Matthias sang auch eine Strophe seines selbst komponierten – das einzige des Abends – Liedes, dessen Name mir nicht einfällt, obwohl es schon 2003 im Repertoire war, und dieses Lied klingt so, dass ich an Brian Ferry dachte, was mir aber weder meine Frau die Brian Ferry gerne hört, noch Matthias selbst, der nur verwirrt guckte, als ich es ihm sagte, bestätigte.

Man sieht, dass das Sichweiterentwickeln anscheinend eine ansteckende Sache unter Musikern ist. Da hört man mal drei Jahre lang eine Band nicht, und dann erlebt man solche Überraschungen. Es mag auch daran liegen, dass gerade die neuen Mitglieder nicht nur Amateure sind, wie mir Marios Mann Hermann erzählte, wobei Günter mir am Schluss aber augenzinkernd sagte, sie seien doch alle Amateure. Lassen wir diese Spekulation, ich muss mich da noch mal kundig machen, aber jedenfall darf man gespannt sein, was aus dem irischen Eintopf von der Sieg noch wird. Das Publikum, so ca. 200 Leute oder mehr, so dass die Harmonie locker gefüllt war, war jedenfalls begeistert, es hätte der Aufforderung zum Mitklatschen gar nicht bedurft, die Leute taten das ganz von selbst und das sogar wechselrhytmisch und die Musik antreibend und nicht abbremsend, wie es ja auch hier und da vorkommt. Und die ruhigen Lieder kamen auch gut an, da wurde es muksmäuschen still, und man hörte nur noch ergriffenes Atmen.

Wir saßen übrigens erstmals auf der neuen Empore, von wo aus man einen guten Überblick hat. Anschließend aßen wir noch was Leckeres im Restaurant (ich Spaghetti Aglio e Olio für unter 5 Euro), und ein alkoholfreies Hefeweizen von Schneiders (zwischen Fasnacht und Ostern bin ich abstinent) mundete mir auch, während Petra und Ferdi sich guten Bordeaux-Rotwein munden ließen. Diese Qualitäten der Restauration muss man ja auch mal erwähnen, denn was täten die Musiker und wir Musikfreunde ohne die Veranstaltungsorte?

http://www.irishstew.de
http://www.harmonie-bonn.de/

Ferdis Rezi von 2003:
http://folktreff-bonn-rhein-sieg-rezensionen.blogspot.com/2003/12/konzertrezension-bonner-folktreff-mit.html bzw. http://tinyurl.com/aqr44

MAS

Friday, March 31, 2006

Konzertrezension: Le Clou am 31.3.2006 in der Harmonie Bonn-Endenich

Le Clou am 31.3.2006 in der Harmonie Bonn-Endenich

Cajun Swamp Groove vom Feinsten!

Die nicht nur in unserer Region Bonn/Rhein-Sieg wohlbekannte Band "Le
Clou" erfreute uns an diesem noch kühlen Märzabend wieder mit ihrer
wundervollen Musik aus dem tiefen heißen Süden der USA. Die Einmaligkeit
und Vielseitigkeit dieser Gruppierung zeigt sich schon durch ihre
Instrumentierung: Michel David bediente die Gitarre, zeigte aber auch,
dass man ein altmodisches rubbeliges Waschbrett aus Uromas Zeiten als
Rhythmus-Instrument effektvoll einsetzen kann - übrigens ein Wahrzeichen
von Le Clou. Michel, der aus Paris kommt, sang auch die meistens
selbstkomponierten Lieder. Es ist nämlich guter Brauch bei Le Clou, dass
möglichst viele der dargebotenen Stücke selbst komponiert werden, denn
man will nicht nur einfach irgendetwas nachspielen, sondern man stellt
etwas ganz Neues auf die Ohren der Zuhörer. Yves Gueit trug zu der
Vielseitigkeit der Darbietungen mit Akkordeon, Saxophon, Klarinette und
Flöten bei. Johannes Epremian unterstützte den singenden Michel mit
seiner Stimme, ausserdem machte er mit seiner Geige und diversen Gitarren eine ausgesprochen rhythmische Musik, die die Zuschauer schnell zum Mitklatschen und auch
zum Mittanzen in dem grossen, stuhlfreien Raum animierte, der übrigens
so gut besucht war, dass zum temperamentvolleren Tanzen kaum Platz
blieb. Gero Gellert (E-Bass) und Ralf Schläger (Schlagzeug)
komplettierten die instrumentelle Ausstattung.

Cajun ist die Musik von französischen Einwanderern, die zunächst in
Kanada lebten, die von den Engländern im 18. Jahrhundert von dort
vertrieben wurden und in Louisiana, in den "Swamplands" (Schwemmland)
des Mississippideltas eine neue Heimat fanden. Ihre Musik übernahm und
integrierte unter anderem Elemente der Country and Western-Musik der
anglo-amerikanischen Einwohner, woraus sich die Cajun-Musik entwickelte.
Die Texte sind alle in französicher Sprache. Da bei uns wohl die
wenigsten in der Lage sind, diese Texte zu verstehen, brachte uns Johannes
in einer sehr unterhaltsamen Conference zwischen den einzelnen Stücken
die Inhalte der Lieder rüber. Vieles davon, oder besser gesagt, das
meiste davon sind erfundene lustige Geschichten, wie zum Beispiel die
von den in einem See ausgesetzten japanischen Zierfischen, die mit ihrer
Gefräßigkeit die ganze andere Fauna zu vernichten drohten. Kein Mittel
half, die Tiere wieder aus dem See zu entfernen. Bis die Behörden ein
Gesetz erließen, das die Tiere unter Schutz stellte. Da die Cajuns alles
andere als obrigkeitshörig sind, machten sie sich sofort über die Fische
her und nach wenigen Tagen war kein einziger mehr in dem See zu finden.
Solche und andere lustige Stories, die sich auch oft um den während der
Prohibition schwarz gebrannten Whisky drehten, der wegen des nächtlichen
Geheimbrennens "Mondschein-Whisky" genannt wurde, waren die Textinhalte
der sehr temperamentvoll klingenden Lieder.

Ich selbst bevorzuge temperamentvolle, rhythmische Musik und weniger die
sehr melancholischen, balladenhaften Varianten, aber bei Le Clou werden
auch solche mehr nachdenkliche Stücke so vorgetragen, dass sie den
Zuhörer immer rhythmisch mitnehmen, wozu auch Johannes Epremians
Geigenspiel beitrug, das für ein eher melodisch klingendes Instrument
sehr stark rhythmusbetont gespielt wurde. Unterstützt wurde das durch
das Schlagzeug von Ralf Schläger (Nomen est omen?). Ich habe Le Clou zum
ersten Mal vor 4 Jahren im Sommerfestival im Biergarten des
Parkrestaurants Rheinaue gehört. Bis dahin habe ich nicht gewusst, dass
es solche Musik gibt, aber seitdem gehört Le Clou zu den "must hear"
einer jeden musikalischen Folk-Saison.

http://www.leclou.com
http://www.bungertshof.de


Michaels Artikel und frühere Rezi über Le Clou:
http://www.folker.de/200602/09clou.htm
http://folktreff-bonn-rhein-sieg-rezensionen.blogspot.com/2006/02/konzertrezension-le-clou-am-322006-in.html bzw. http://tinyurl.com/7zgux

FLR

Tuesday, March 28, 2006

Konzertrezension: Die Erkelteten und Keen on Tunes am 28.3.2006 in der Musikschule Kirschallee in Bonn

Die Erkelteten und Keen on Tunes am 28.3.2006 in der Musikschule Kirschallee in Bonn

Die Musikschule in der Kirschallee in Bonn-Poppelsdorf feierte vom 26.3. bis zum 1.4.2006 mit zahlreichen Konzerten und auch anderen Veranstaltungen ihr 25-jähriges Bestehen. Tom Kannmacher war von Anfang an dabei und begann auch sofort, Schülerinnen und Schüler in traditioneller irischer Musik zu unterrichten, woraus dann schon 1982 die Band Cherry Alley hervorging, die parallel zu der von 1985 bis 2004 von ihm geschulten Band Rolling Wave bis 2002 bestand. Seit 2002 sind es die Bands Keen On Tunes und Die Erkelteten, die durch Tom in das Wesen und die Praxis irischer Musik eingeweiht werden, und diese beiden gaben nun an diesem Abend ihren Beitrag zum Jubiläum der Musikschule. Der Abend war dreigeteilt in je ein Konzert der beiden Gruppen und eine anschließende Session, und damit die Gäste außer Musik auch noch andere irische Spezialitäten genießen konnten, gab es Guinness Drought Stout aus der Dose mit Widget-Kapsel und drei Sorten irischen Käse.

Schon zwei Konzerte der Erkelteten durfte ich erleben und rezensieren, nämlich beim 1. BIFF und vor einem Jahr, als sie mit Rolling Wave beim letzten Konzert der letzteren vor deren Umbenennung in Ryan’s Airs zusammen spielten. Man kann es der unten angefügten Besetzungsliste entnehmen, dass die Kids allmählich schon fast (Heike Kosmider auch ganz) junge Erwachsene sind. Es ist eine gewisse Routine ins Spiel gekommen, ob Hornpipes, Jigs und Reels oder Lamentations und Seefahrtlieder auf Englisch und Gälisch, sie gaben unter Toms Anleitung ein sehr schön arrangiertes Konzert, fein gespielt, an die Chieftains erinnernd, die Liedstrophen abwechselnd mit Pipes, Fiddle, Flute, Whistle oder Harfe begleitend, Gitarre und Bodhrán natürlich auch immer dabei, bei den Tunes eher unisono spielend, wobei Tom selber manchmal eine zweite Stimme hinzu fügte. Was ihnen noch fehlt ist ein gewisser Pep, den ich vor allem bei einem Lied der Pogues vermisste, da ich das sehr aggressiv vorgetragene Original im Hinterkopf hatte. Das Lied wirkte zu brav. Und überhaupt gerade die Lieder könnten noch etwas mehr Expressivität vertragen. Aber das kann ja noch kommen.

Keen On Tunes besteht nun mehr aus Leuten die noch älter sind als ich, woran man sieht, dass auch ältere Semester noch lernen können. Es liegt wohl an Tom als gemeinsamem Lehrer, dass sie sich so sehr anders als die Erkelteten auch nicht anhörten, aber vielleicht hatte ich auch einen ungünstigen Sitzplatz, so dass mir einige Feinheiten entgingen. Auch hier wieder: schöne Arrangements, fein vorgetragen, aber auch bei den Liedern etwas zu brav. Tom wirkte außer als Mitspieler auch etwas als Dirigent, der den Auftritt überwachte und leitete. So hatte das Konzert etwas Klassisches an sich und es fehlte mir etwas das Spontane und Improvisierende, das ich gerade in den letzen Monaten bei einigen Spitzenbands gehört habe. Aber oh je, was tue ich da: Ich vergleiche Schülerbands mit den großen Meistern, das ist unfair. Nein, ich möchte nicht diesen Eindruck hervorheben, sondern den, dass es ein wunderschöner Abend war, dass mich die Musik berührte, und dass ich es gerade in einer Zeit, in der in durchschnittlichen Jugendbüchern über Musik der Dudelsack noch nicht einmal im Register vorkommt, besonders wichtig und herzerfrischend finde, was Tom hier in Bonn leistet. Er teilte mir noch mit, dass es noch ein paar Kollegen in Deutschland gibt, die irische Musik unterrichten, teils traditionelle, teils Folk im weiteren Sinne, aber dass sein Unterricht wohl der traditionsverwurzelste sei.

Ein Besonderes Schmankerl gab es am Ende des zweiten Teiles, und zwar eine Bönnsche Umtextung von Fiddler’s Green, in deren Refrain es dann hieß:

Pack misch in in ming Hemp un’ ming Jöppsche
He’ am Kai seht ihr nie mih ming Köppsche
Sach denne Jungs, dat isch up minge letzte Reis bin,
Doch mir sehn uns all widder in Fiddler’s Green.

Herrlich!!!

Zur anschließenden Session gesellten sich noch sieben andere Musiker(innen) dazu, die fast alle durch Toms Schule gelaufen sind, und ohne die Bands wie Ryan’s Airs, Whisht!, Last Night’s Fun und Foggy Stew nicht das wären, was sie sind. Und dank dieser Meisterschüler(innen) kam dann auch noch etwas mehr Drive in die Musik, wenn Tom das Tempo auch absichtlich bremste, damit in der Schule nicht das darwinistische Ausleseprinzip der Fiddler’s Session griff, nach welchem man ausfällt, wenn man nicht mehr mithält. Ich spielte auch ein wenig mit, soweit ich es konnte, und ich weiß nicht, wie viele der Zuhörer an diesem Abend ihren Erstkontakt mit Irish Folk Musik hatten, aber der Eindruck dürften nicht der Schlechteste sein.

Hier die Besetzunglisten des Abends, die Tom mir zuschickte:

Die Erkelteten:
Jonas Heidebrecht (16): Uilleann Pipes, Whistle
Heike Kosmider (21): Fiddle, Gesang
Anna Lück (16): Harfe
Julia Lück (18): Flute, Whistle, Gesang
Mario Wagner (15): Gitarre
Julian Goertz (16): Bodhrán, Gitarre
Thea Staab (z.Z. krank) (16): Gesang

Keen On Tunes:
Heinz Peter "Henry" Goergens (52): Bodhrán, (spielt außerhalb der Band Great
Highland Bag Pipe)
Ute Goergens (48): Flute
Dagmar Hoffmann: Tin Whistle
Joachim Hoffmann (47): Uilleann Pipes
Maryanna Krah: Flute, Tin Whistle
Heike Vielmetter (44): Fiddle
Resia Lehmacher (59): Harfe, Gesang

Tom Kannmacher (57) spielt, was der Besetzung noch fehlt (Cello, Whistle,
Pipes, Gitarre, Flute, Fiddle, Gesang...) und erstellt Arrangemententwürfe.

http://www.kannmachmusik.de/
http://www.bonn.de/familie_gesellschaft_bildung_soziales/musikschule/index.html

Frühere Rezis von mir zu den Erkelteten:
http://folktreff-bonn-rhein-sieg-rezensionen.blogspot.com/2002/04/konzertrezension-1-bonner-irish-folk.html
http://folktreff-bonn-rhein-sieg-rezensionen.blogspot.com/2005/04/konzertrezension-die-erkelteten-und.html


MAS

Saturday, March 18, 2006

Konzertrezension: Soul United am 18.3.2006 im Session in Bonn

Soul United am 18.3.2006 im Session in Bonn

Petra, meine Frau, geht ja oft mit zu Irish Folk-Konzerten und war auch von Iontach sehr begeistert, aber ihr musikalisches Herz schlägt doch mehr für Rap, Raeggae, Blues, Pop, Rock und Soul. So traf es sich gut, dass endlich mal ein Soul-Konzert an einem dafür angenehmen Wochentag und zu annehmbarer Uhrzeit in erreichbarer Entfernung geboten wurde und zwar von Soul United im Session, der kleinen Kellerkneipe fast neben dem Münster in Bonn, die mit den zirka 30 Gästen des Abends schon recht voll war. Das Konzert begann mit einem E-Gitarren-, E-Bass- und Schlagzeug-Instrumental, das sofort für eine mitreißende Stimmung sorgte. Neben uns begann ein junger Mann heftig mit zu klatschen, und wir dachten, das sei aber ein eingefleischtes Fanpublikum, doch ging er nach vorne zu einem der noch freien Mikrophone und begann zu singen in einer tiefen, rauen Stimme und im Text jemand anders aufzufordenrm auch dazu zu kommen, und das war dann eine junge Frau, die sich als Sängerin der Gruppe entpuppte. Nachdem noch ein Keyboarder dazu gekommen war, war die Combo vollständig: Michael „Groove“ Boecker aus Köln (Gesang, Percussion), Charlotte Smith, ursprünglich aus Louisina, jetzt aus Köln (Gesang), Carol Knauber aus Bonn (E-Gitarren; den kennen wir ja von Sahara und String Attack), Thomas Schneider aus Hennef (E-Bass), Michael Teichen aus Köln (Keyboards) und Lothar Simon (Schlagzeug und Bandleader).

Ja, Michael Boecker sang und bediente zugleich ein Minischlagzeug, aber so was Ähnliches kennen wir seit dem Auftritt von Schöne Weile ja auch vom Folk. Das Repertoir von Soul United besteht vor allem aus Stücken aus den 1990ern von The Nevile Brothers, The Brand New Heavies, Incognito und anderen, sowie aus welchen aus den 1980ern von The Crusaders, Diana Ross und anderen, aber natürlich fehlten auch nicht Stücke von James Brown wie „sex machine“ oder „I feel good“, die auch mir bekannt waren, sowie anderen Größen des Soul, und es gibt auch noch ganz aktuelle Hits von Anastacia, Mary Mary und anderen. Ich muss sagen, ich wusste gar nicht, dass Soul nach wie vor so viel komponiert wird, und auch nicht, dass so mancher Radio-Charts-Hit zum Soul gehört. Die Musik war fast durchweg im Viervierteltakt, der aber in sich durch Dehnen des einen oder anderen Taktes und vor allem durch zahlreicher jazzige und oft funkige Soli der Gitarre, des Basses oder des Keyboards in jedem Stuck sehr vielgestaltig war. Ich habe ja nicht so viel Ahnung von Soul, kenne als Lifegruppe aus eigener Erfahrung nur noch Souled Out, und von daher vermisste ich eine Bläsergruppe mit Trompete, Posaune und Saxophon, aber es war nun auch nicht so, dass die wirklich fehlten. Ich machte Ähnlichkeiten zu oder Einflüsse von Blues, Gospel, Jazz, Cajun & Zydeco und Rock aus. An Gospel ernnerte vor allem so manches von Charlotte gesungene Intro. Und dann kam auch noch ein spontaner Gast ans Mikro und sang „diggin’ on james brown“ von Tower of Power aus den 90ern und auf Wunsch des Publikums in der Zugabe „I feel good“ vom Altmeister selbst. Der Gast sang so kraftvoll und schrill, dass ich mir schon dachte, dass das nicht einfach nur ein spontaner Gast war, und wie ich dann erfuhr, war sein Name Walter Stremmel, und Carol meinte, er sei ein Urgestein des Rock in Bonn und schon seit den 1960ern kräftig dabei. Carol und Lothar sind ja mittlerweile auch schon in ihren 50ern, was der Energie ihrer Spielweise aber keinen Abbrucht tut. Respekt!!!

Petra war den ganzen Abend in ihrem Element, mir gefiel es auch, aber sie meinte, ich hätte nicht irisch darauf tanzen sollen, das habe nicht gepasst. Ich meinte: „Wieso, das war ein Viertvierteltakt, da passt ein Pas de Basques“, den ich übrigens beim Scottish Coutry Dancing gelernt habe. Wer will da dann so harte Grenzen ziehen? Wie meinte Carol: „Na Hauptsache, es hat Euch Spaß gemacht!“ Hat es!

Am nächsten Abend traten sie dann noch in der Klangstation auf.

http://www.soul-united.de/
http://www.carolknauber.de/content/view/21/55/

Session:
http://www.bonn-nordstadt.de/gastro/betriebe/session.html
http://www.typo3cms.info/toms_blues_session.0.html
http://www.bonnaparte.de/locations_new.php3?locationid=70&subcat=40&art=Kneipe

Einträge zu Walter Stremmel, der wohl nur mir und Petra ein Unbekannter war:
http://www.fme-hifi.de/company.html
http://www.bonner-rock-lexikon.de/leseprobe_s112_the-guards.html
http://www.secondhand-bonn.de/band.html
http://www.kaiser-passage.de/detail_fme.htm
http://www.fme-hifi.de/

Frühere Rezis von mir zu Carol Knauber:
http://folktreff-bonn-rhein-sieg-rezensionen.blogspot.com/2006/02/konzertrezension-sahara-am-1122006-in.html
bzw. http://tinyurl.com/8qfzs
und
http://folktreff-bonn-rhein-sieg-rezensionen.blogspot.com/2006/03/cd-rezension-carol-knaubers-string.html
bzw. http://tinyurl.com/pwc5q

MAS

Friday, March 17, 2006

Konzertrezension: Lokal Heroes am 17.3.2006 im Bungertshof in Königswinter-Oberdollendorf

Lokal Heroes am 17.3.2006 im Bungertshof in Königswinter-Oberdollendorf

St. Patrick’s Day mit den Lokal Heroes

Auftritt am 17. März im Bungertshof Königswinter-Oberdollendorf

Besetzung: Wendel Biskup (E-Gitarre), Mike Haarmann (Schlagzeug),
Kristaps Grasis (Mandoline), Liene Sejane (Flöte), Christoph Spix
(Gesang, Conference), Ralf Wolfgarten (Tin-Whistle, Gesang).

Der St. Patrick’s Day ist in jedem Jahr einer der Höhepunkte der irischen
Folk-Musik und ihrer Bands. Ich besuchte in diesem Jahr das Konzert der
Lokal Heroes im Bungertshof. Das Publikum erschien so zahlreich, dass
zusätzlich Tische und Stühle aufgestellt werden mußten, um alle Gäste
unterzubringen, und dennoch mußten etliche mit Stehplätzen vorlieb
nehmen. Unter der Leitung ihres Frontmannes Christoph Spix (Gesang,
Conference) heizten die sechs Lokal Heroes gleich zu Beginn mit "Rover"
und "County Down" ordentlich ein und fuhren die Stimmung im Publikum in
kürzester Zeit hoch. "Frontman" ist eigentlich bei den Lokal Heroes eine
unpassende Bezeichnung, weil alle der sechs Bandmitglieder musikalische
"Frontleute" sind.

Besonders erwähnen möchte ich das einzige weibliche Mitglied dieser
vielseitigen Band, Liene Sejane aus Lettland, die mit ihrem Flötenspiel
das Melodiöse der irischen Musik ganz hervorragend zu Gehör brachte,
perfekt begleitet von Christoph Spix (Gesang) und Mike Haarmann am
Schlagzeug. So wurden nicht nur die irischen und schottischen Weisen zu
Gehör gebracht, es gab auch Abstecher in die rockige Musik der USA und
zu den Rhythmen der Karibik, wie zum Beispiel den "Flowers of Bermuda".
Gerade auch hier zeigte sich wieder die bekannte musikalische
Vielseitigkeit dieser Band, die mich als Zuhörer schon immer fasziniert hat.

Melancholisch-melodische Liebeslieder wechselten sich ab mit
temperamentvollen Tunes, deren Rhythmus so manches Bein zum Mitschwingen
brachte und der das Publikum begeistert mitklatschen liess. Irische
Sauflieder, deren Thema der Whiskey ist und schottische Kriegsballaden,
traurige Liebeslieder, die vom Leid verschmähter Liebe berichteten, und
die äusserst temperamentvollen Lieder der Iren, die sie auf ihren Festen
singen und die jedes Bein in ein Tanzbein verwandeln möchten, alles war
an diesem Abend vertreten. Besonders schön ein kleines Potpourri aus
drei verschiedenen Tunes, die trotz ihrer grundverschiedenen Tempi zu
einem einzigen längeren Stück (Tuneset) zusammenwuchsen und ohne Gesang
vorgetragen wurden. Wenn es nicht vorher angesagt worden wäre, so hätte
ich nicht bemerkt, dass es sich eigentlich um drei verschiedene Stücke
handelte. Wendel Biskup (E-Gitarre), Ralph Wolfgarten (Tin-Whistle,
Gesang) und Kristaps Grasis (Mandoline) komplettierten die musikalische
Bandbreite, die das Publikum immer wieder von den Stühlen riss und zum
Mitklatschen und Mittanzen animierte. Leider war das Tanzen wegen des
übervollen Raumes nicht so ungehindert möglich, der Stimmung im Saal tat
das aber keinen Abbruch. Schliesslich spendierte uns Mike Haarmann noch
ein Sahnehäubchen in Form eines mitreißenden Schlagzeugsolos.

Das Publikum hat natürlich nicht mit Applaus gespart und forderte immer
wieder Zugaben, so dass die Lokal Heroes weit über eine halbe Stunde
länger spielen mußten.

Es war wieder mal ein St. Patrick-Day vom Feinsten und ich bin froh,
dass ich mich bei dem Riesenangebot von Irish Folk in der Region an
diesem Tag für diese Veranstaltung entschieden habe. Ich bedanke mich
ganz herzlich bei den Lokal Heroes für diesen hervorragenden
musikalischen Abend.

FLR

http://www.lokalheroes.com
http://www.bungertshof.de/

Frühere Lokal Heroes-Rezension von Michael
http://folktreff-bonn-rhein-sieg-rezensionen.blogspot.com/2000_12_01_folktreff-bonn-rhein-sieg-rezensionen_archive.html bzw. http://tinyurl.com/bkaka
http://folktreff-bonn-rhein-sieg-rezensionen.blogspot.com/2004/02/cd-rezension-lokal-heroes-hurrah.html
bzw. http://tinyurl.com/97rws
http://folktreff-bonn-rhein-sieg-rezensionen.blogspot.com/2005/01/konzertrezension-lokal-heroes-am.html
bzw. http://tinyurl.com/agzk7
http://folktreff-bonn-rhein-sieg-rezensionen.blogspot.com/2006/01/cd-rezension-lokal-heroes-smash.html
bzw. http://tinyurl.com/8lowz
http://folktreff-bonn-rhein-sieg-rezensionen.blogspot.com/2006/01/konzertrezension-lokal-heroes-am.html
bzw. http://tinyurl.com/7wsr9

FLR

Konzertrezension: Iontach am 17.3.2006 im Feuerschlösschen in Bad Honnef

Iontach am 17.3.2006 im Feuerschlösschen in Bad Honnef

Am diesjährigen St. Patrick’s Day hatten es Freundinnen und Freunde der Irish Folk Music wirklich schwer. Nicht weil es keine Konzerte gegeben hätte, nein, im Gegenteil, man musste sich von fünf Konzerten eines aussuchen, und sich somit gegen vier andere entscheiden. Last Night’s Fun spielten in der Mausefalle, Ben Bulben in der Gesamtschule in Beuel, die Lokal Heroes im Bungertshof, Irish Stew in Hennef, und im Feuerschlösschen trat Iontach auf. Ich entschied mich für letztere, zum einen, weil sie den weitesten Anreiseweg hatten (sie kommen aus Wremen, was zwischen Cuxhaven und Bremerhaven liegt), zum anderen weil das FiF ein gemeinnütziger Verein ist, vor allem aber, weil ich 2004 die CD von Iontach für den Folker! rezensiert habe und diese mir so gut gefiel, dass ich ganz zaghaft Mike Kamp sagte, dass ich sie für besonders gut halte, was er mir bestätigte, worauf hin „the half gate“ als erste in Deutschland produzierte Irish Folk-CD in der bis dato siebenjährigen Geschichte des Folker! als „Besondere“ gekürt wurde. (Im nächsten Heft wird es die zweite „Besondere“ aus dieser Kategorie geben, und der Folker! befindet sich nun im neunten Jahr. Welche CD das sein wird, werde ich hier rechtzeitig bekannt geben.) Also war ich sehr gespannt auf das Life-Erlebnis der Iren von der Waterkant.

Irgendwie scheinen auch bei diesem Konzert die Ankündigungen auf fruchtbaren Boden gefallen zu sein. Das Foyer im Feuerschlösschen war so voll, dass selbst alle noch aus dem Nebenräumen herbeigetragenen Stühle, einschließlich aller Kinderstühle, nicht ausreichten, um allen einen Sitzplatz zu gewähren. Da standen sie also, Auge in Auge mit ca. 100 Hörwilligen Rheinländern, die ihre Ohren spitzten: Angelika Berns (Bodhrán, Tin Whistle, Rassel, Keyborads und Gesang), Siobhán Kennedy (Geige, Tin Whistle, Querflöte und Gesang) und Jens Kommnick (Gitarre, Bouzouki, Mandoline, Uilleann Pipes, Tin Whistle, Cello, Keyboards und Gesang) (natürlich nicht alle Instrumente gleichzeitig spielend), und begannen wie auf der CD mit dem Reelset „the dream of home“. Im Laufe des Konzertes spielten sie noch mehr Jigs und Reels, Hornpipes, Airs und anderes, was sie wirklich gut können, aber die besondere Stärke dieses Trios liegt in der Mehrstimmigkeit, sowohl bei Instrumentals, aber besonders auch bei Liedern. Zum Beispiel war da die auch auf der CD vorhandene Muneira (die Tilde über dem n lasse ich hier mal weg), ein galizischer Tanz, dreistimmig auf drei Tin Whistles gepielt, oder das von Siobhán auf Gälisch, dann von Angelika und Englisch gesungene Lied “brighid’s kiss“, das die jweils zwei anderen mit zweiter und dritter Stimme zuerst summend, dann im Satzgesang begleiteten. Mich durchfuhren wahre Schauer der Wonne! Zwischen den Liedern gab es den einen oder anderen lustigen Schnack, darunter einen Witz über Heino, den ich hier aber nicht erzähle. (Ich habe auch gar nichts gegen Heino und kann nur empfehlen, mal in Bad Münstereifel ins Heino Café einzukehren und dort den Nusskuchen zu probieren.) Und all das taten sie totally unploughed, also ohne Mikrophone oder Verstärker, was trotz der aufgestellten Dämmplatten von einer Bad Honnefer und zugleich dänischen HiFi-Firma, die zur Klangverbesserung und Werbung für eben diese Firma aufgestellt waren, akustisch gut rüber kam.

Der gälische Name „Iontach“ wird übrigens „Intach“ ausgesprochen und bedeutet einerseits soviel wie „gut“, „super“, „spitze“ und andererseits soviel wie „seltsam“, „komisch“, „merkwürdig“, und Jens meinte, im Spannungsfeld dieser zwei Bedeutungrichtungen sähen sie sich auch gerne. Ich fragte Jens einmal, wie das eigentlich gemacht werde bei einer Studioaufnahme, wenn er anschließend auf zwei Instrumenten gleichzeitig zu hören sei, ob er dann zuerst eine Tonspur mit dem einen Instrument aufnehme und diese dann beim Aufnehmen der zweiten Tonspur über Kopfhörer höre oder nicht. Ja, erklärte er, er höre das bisher Aufgenommene, während er das nächste Instrument aufnehme. Für viele von Euch mag das selbstverständlich sein, für mich war e jedenfalls interessant, das zu erfahren.

Die beiden Deutschen und die eine Irin ließen dann Bad Honnef noch ein wenig verzauberter zurück, als es eh schon ist. Wer jetzt traurig ist, an dem Abend nicht dabei gewesen zu sein, der oder die sei getröstet, denn am 26.5.2006 treten Iontach beim 2. Celtic Attractions Festival im Zirkuszelt in Köln-Weiß auf, das Ralf Wackers organsiert, und als zweite Gruppe wird Dán dabei sein.

www.iontach.de
http://www.inter-times.de/Components/Vereine/Vereine_Bad_Honnef/Stapelseiten_Bad_Honnef_/stapelseiten_bad_honnef__33.html

Hier meine CD-Rezension, wobei da ein Fehler drin ist, denn es ist nicht Regina Elling, die im Büchlein abgebildet ist, sondern es sind Angelika und Siobhán:http://www.folker.de/200406/bescd.htm#03

MAS

Wednesday, March 15, 2006

Konzertrezension: Irish Spring – Festival of Irish Folk Music am 15.3.2006 in der Kunst- und Ausstellungshalle in Bonn

Irish Spring – Festival of Irish Folk Music am 15.3.2006 in der Kunst- und Ausstellungshalle in Bonn

Das 6. Irish Spring Festival gastierte wieder in der KAH und war trotz des Termins mitten in der Woche fast restlos ausverkauft. Da hat sich wohl die Plakatierung gelohnt, oder erfuhren die etwa alle durch den folkigen Rundbrief davon? Wohl kaum, so viele Leute habe ich gar nicht im Verteiler, und unsere Internetseite hat keinen Zähler. Es war betimmt Ralf mit seinem Irischen Rundbrief, ja so muss es sein! Oder die Terminseite im Folker!

Der Opener war Tony McManus, ein jetzt in Südontario lebender Schotte, der hauptsächlich Instrumtentals auf der Gitarre spielte. Einige Stücke waren ruhig und verträumt, meiner Frau kam spontan die Assoziation „NDR-Pausenmusik“, andere aber waren regelrechte Reels, bei denen er die Gitarre ohne Fingerpicking als Melodieinstrument einsetzte, wobei er zwischendurch auch mal zu Akkorden überwechselte, als würde er ein Melodieinstrument begleiten. Sowas habe ich bislang noch nicht gehört! Und dann sang er auch ein Lied, und seine Stimme erinnerte micht an Sean Keane, nur nicht ganz zu quakig, sondern etwas tiefer. Dass er zwischendurch deutsches Bier lobte, machte ihn noch sympatischer, doch schwand dieser Bonus gleich wieder, als er sein Lob auf Bitburger zuspitzte. Ich schrieb es schon mal: 5 Mio. Hektoliter müssen nicht noch per Schleichwerbung angepriesen werden, während kleine Brauereien dicht machen. Es bleibt also die einfach erstklassige Musik als Bonus übrig, aber das reicht ja auch für ein Konzert.

Den Solisten löste sodann ein Quartett ab, auch aus Nordamerika, und zwar aus Michigan. Millish, bestehend aus Brad Phillips (Geige, Mandoline), Jesse Lee Mason (Gitarre), Tyler Duncan (Uilleann Pipes, Saxophon, Low Whistles) und Mike Shimmin (Schlagzeug, Darabuka) bot eine Musik, die sie selbst als „Progressive Irish Folk“ oder „Avantgarde Irish Folk“ bezeichnen, die für meine Ohren aber ein gutes Beispiel für moderne Weltmusik mit irischen Wurzeln war. Die Einflüsse, die ich heraus hörte, und die mir Jesse Lee Mason dann im Gespräch bestätigte, kamen aus Ungarn, dem Balkan, Mexiko, Arabien und jede Menge Jazz war auch dabei. Sie spielten zwar auch Jigs und Reels, und das so quirlig, dass es mich an Kíla erinnerte, was Jesse als Kompliment auffasste, als ich es ihm sagte, aber die Arrangement waren zumeinst nicht zum Tanzen gedacht, sondern zum Zuhören, denn die Tempi wurden immer wieder durch langsamere Passagen unterbrochen. Leider war das Mikrophon bei der Uilleann Pipe etwas leise eingestellt, aber davon abgesehen war es einfach prima was die Jungs da in den letzten zwei Jahren, in denen sie sich mit irischer Musik beschäftigen, entwickelt haben! Die Pause kam viel zu schnell!

Nach der Pause wurde es ruhiger und traditioneller. Mary McPartlan aus Irland sang irische Lieder, teils a capella, teils begleitet von Tony McManus und zum Schluss auch von Mike Shimmin. Ihre Stimme war tief, aber ansonsten erinnerte mich ihr Stil an Geraldine MacGowan. Sie sang echten Folk im engeren Sinne, Volkslieder eben aus verschiedenen Jahunderten, so dass sie „A Rainy Night in Soho“ von Shane MacGowan aus den 1980ern als „contemporary music“ ankündigte. Aber auch eine Version eines Liedes von Elvis Presley („Love me Tender“) war dabei, nur mit einem anderen Text, so wie sie es mal in der Muppet Show gehört hatte.

Den Abschluss bildeten die Schwestern Breda und Cora Smyth auf Fiddles, Tin und Low Whistles in Begleitung eines Sean Leahy (Gitarre) und Paul O' Driscoll (Kontrabass) Sie sind durch die Lord of the Dance-Show berühmt geworden und heizten auch ohne Tanzbrigade dem Publikum ordentlich ein. Mir gefiel ihr an Mary Bergin erinnerndes, helles, fließendes und dabei doch leicht stakatohaftes Whistlespiel noch besser als ihr Fiddlespiel. Die meisten Tunes waren mir bekannt, wenn auch nicht dem Namen nach, und es erwies sich im Nachhinein als richtig, sie an den Schluss zu setzen, denn das Publikum klatsche mit, bis die Hände schmerzten. Da zieht Tradition mehr als Avantgarde. Mitklatschfähigkeit ist zwar in meinen Augen kein besonderes Gütekriterium für Musik, aber die Musik war gut, daran lässt sich nichts rütteln.

Natürlich gab es eine Festivalsession aller Musiker ganz am Schluss. Enkh Jargal, also Epi, leitete es wie gewohnt auf seiner mongolischen Pferdekopfkniegeige ein, auf der er wie auch bei den letzen Malen und vielleicht schon seit Beginn des ISF überhaupt „Jimmy Mó Mhíle Stór“ spielte. Valentin, der Tourmanager kündigte es als Experiment an. Nun, es war sein erstes ISF. Ober- und Untertongesang des „Irish County of Mongolia“, wie Tony McManus, der ihn begleitete, es nannte und dann im Unterton-Brummton die Aufforderung „CD kaufen!“ zeigten, dass man das alles nicht so ernst nehmen muss, und so sei es Mary McPartlan auch nachgesehen, dass sie beim letzten Lied „The Spanish Lady“ die Melodie nicht so sang, wie ich sie kannte. Außerdem sang sie „the handsome lady“. Aber meine bescheidenen Kenntnisse der irischen Musik sind ja auch nicht das Maß aller Dinge.

Nach diesem aufweckenden Konzert muss nun aber der Frühling kommen!

http://www.irishspring.de
http://www.tonymcmanus.com/
http://www.millish.com
http://www.marymcpartlan.com/
http://www.epi.beep.de
http://www.kah-bonn.de/

meine ISF-Rezi 2005:
http://folktreff-bonn-rhein-sieg-rezensionen.blogspot.com/2005/03/konzertrezension-irish-spring-festival.html
http://tinyurl.com/buqlf

MAS

Saturday, March 11, 2006

CD-Rezension: Carol Knauber’s String Attack. the journey

Carol Knauber’s String Attack. the journey

Swinging Banana Records 2000 mit englischen Informationen und ein paar Fotos
11 Tracks, 49,42 Minuten

Carol Knauber’s Sting Attack dürfte noch Besuchern des Bonner Folktreffs im Anno Tubac bekannt sein. Zwei- oder dreimal hörte ich dort dieses kleine aber feine Bonner Ensemble, meiner Erinnerung nach immer ein Trio, auf dieser mittlerweile schon sechs Jahre alten CD aber ein dreifaches Trio, also ein Novett, wenn man das so sagt, bestehend aus Hans Greuel (Bass; wie Carol auch bei Sahara dabei), Ingmar Meissner (Violine), Michael Pölchau (Violine), Phillip Richter (Violine), Mario Argandona (Percussion), Alfonso Garrido (Percussion), Roland Peil (Percussion), Tom Busse (Dobro; er ist Folktreffbesuchern auch als Slidin’ Tom B. oder auch als die eine Hälfte von Slide Kick bekannt) und Carol T. Knauber (Steel String Guitars, Nylon String Guitars, 12 String Guitars, Octave Guitar, Quart Guitar, Sitar Guitar, Mandolin, Octave Manoldine und Percussion).

Meiner Empfindung nach handelt es sich dabei um Kammermusik im Sinne einer feinen, minutiös gespielten, nicht sehr aufregenden, sondern mehr für den stillen und aufmerksamen Hörgenuss gedachten Instrumentalmusik. Aber es ist keine Klassik, sondern alle elf Stücke sind Carols Eigenkompositionen. Beim oberflächlichen Hören mag man denken: na ja, ganz nett, klingt etwas nach der Gitarrenmusik, die früher mal der NDR bei Fernsehpausen ausgestrahlt hat, wobei ein Zeichentrickbalon über die Landschaft flog. Beim genaueren Zuhören merkt man aber, wie zahlreich die musikalischen Einflüsse sind, die da verarbeitet wurden: Bluegrass, Raϊ, Irish Traditional, Barock, deutsche Volksmusik, verschiedene Arten von Jazz z.B. Ragtime, und noch mehr, und das, ohne dass es ein wirres Gemisch wäre, sondern bei aller Komplexität der Instrumentbenutzung und der Arrangements merkt man: diese Musik kommt direkt aus dem Herzen. Die Musik ist durchweg sehr rhythmisch, in den Feinheiten auch innerhalb der einzelnen Stücke sehr abwechlsungsreich, und die vielfältigen Einflüsse zeigen sich in den einzelnen Stücken sehr unterschiedlich, „Montain View“ klingt nach der Filmmusik eines Jugendabenteuerfilms, wie Christian Bruhn sie schrieb, „It’s About Time“ klingt etwas skandinavisch, „Bue Men“ am meisten nach Ragtime, „Take 5 Ad 6“ nach Raϊ, nur eben ohne Gesang und „Wrong Time“ barock. Carol selber nennt als Musiker, die ihn in Bezug auf diese CD am meisten inspirierten Tony Rices, Al DiMeola, John McLaughlin, Michael Flatley, Sam Bush, David Grismann, Mike Marshall, Butch Baldassari, Simon Mayer und Khaled. Ob alle diese Namen einem was sagen oder nicht, man möge der CD einfach unvoreingenommen begegnen und ihre Stärken entdecken.

Sting Attack gibt es derzeit leider nicht life zu hören, sondern müsste wieder belebt werden, aber Carol - übrigens einer der besten Gitarristen, die ich kenne - kann man mit seiner Formation Soul United am 18.3.2006 im Session in der Bonner Innenstadt (21 Uhr) und am 19.3. in der Klangstation in Bad Godesberg (20 Uhr) hören und mit Sahara am 29.4. im Kubana in Siegburg (19 Uhr).

http://www.carolknauber.de

Tuesday, February 21, 2006

Konzertrezension: Positano am 21.2.2006 im Café Tiferet in Bonn

Positano am 21.2.2006 im Café Tiferet in Bonn

Liedermacher mit Herz

"Positano" im Cafe Tiferet

Nach längerer Zeit gab es am 22. Februar im Cafe Tiferet wieder einen
musikalischen Leckerbissen zu geniessen. "Positano", das sind Daniel und
John, zwei junge Männer aus Bonn, die ihre neuesten Kompositionen zu
Gehör brachten und die mit ihren Liedern das Publikum zu langanhaltendem
Beifall hinrissen. Mit zwei Gitarren, zeitweise unterstützt durch eine
Mundharmonika, trugen sie mit wohlklingenden Stimmen ihre
selbstkomponierten Chansons vor. Die zum Nachdenken und Hinterfragen
anregenden Liedtexte spießten gnadenlos gesellschaftliche Kuriositäten
und menschliche Unzulänglichkeiten aus dem täglichen Leben auf. Seien es
die wirtschaftlichen Folgen der Globalisierung, die narzistischen
Selbstinszenierungen von Politikern und Konzernbossen oder militärische
Befehlsausführungsautomaten, alle gesellschaftlichen Gruppen von
Relevanz bekamen ihr Fett weg. Jedes Lied der beiden sympathischen
Musiker war eine gesungene und gelungene Karikatur dessen, was im
täglichen Geschehen so passiert und was die Menschen manchmal so richtig
ärgert. Wie zum Beispiel das Lied "Kleine Männer", welches die maßlose
Selbstbeweihräucherung der "mächtigen" und "wichtigen" Männer aus
Wirtschaft, Gesellschaft und Politik gnadenlos aufs Korn nimmt. Einfach
unbeschreiblich dieser Höhepunkt, wie Daniel seine Mütze abnimmt, sie
vor die Brust hält, die beiden dann "Haltung annehmen" und zu der leicht
abgeänderten Melodie der Deutschlandhymne den Text singen: "Kleine
Männer/kleine Geister/Hab´n die Welt in ihrer Hand/Kleinigkeit, Komplex
und Geilheit/sind nochmal ihr Untergang!". Das Publikum überhäuft den
Vortrag mit Applaus und ein Zuhörer hält spontan die beiden Sänger frei
und spendiert ihnen Getränke nach ihrem Wunsch.
Der musikalische Vortrag erinnert mich an den Stil von Reinhard Mey und
auch Elemente von Udo Lindenberg glaubte ich erkennen zu können.
Besonders schön anzuhören fand ich die Änderung von Tonart und Rhythmus
während eines Liedes, was dem Ganzen eine besondere Lebendigkeit
verlieh. Jedenfalls kam es nicht vor, dass sich Unterhaltungen zwischen
den Gästen entwickelten, alles hörte fast schon "andächtig" zu. Eines
spürte ich selbst ganz deutlich: die Lieder wurden mit Herz vorgetragen,
sie kamen aus dem Herzen und erreichten auch die Herzen der Zuhörer, was
sich nach Ende des Vortrags in Gesprächen und Diskussionen mit den
Anwesenden herauskristallisierte.
Ich habe "Positano" jetzt dreimal gehört und immer konnte ich eine
Steigerung ihrer Vortragskunst feststellen. "Positano" ist wirklich eine
ganz besondere Gruppe, der es gelungen ist, Lieder mit sehr
nachdenklichem Inhalt musikalisch gekonnt und sehr unterhaltsam zu
präsentieren.
Der Name "Positano" stammt übrigens von einer italienischen Stadt, in
der der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder Urlaub machen wollte und
diesen wegen eines Faux-pas des italienschen Regierungschefs Silvio
Berlusconi ganz spontan absagte.
Am 1. April ist "Positano" wieder im Cafe Tiferet zu hören.

http://www.positano-underground.de/
http://www.posiversum.de
http://www.tiferet.de/
http://folktreff-bonn-rhein-sieg-rezensionen.blogspot.com/2006/01/cd-rezension-positano-mehr.html


FLR

Thursday, February 16, 2006

Konzertrezension: Angelo Branduardi: Die Laude des Heiligen Franziskus am 16.2.2006 im Brückenforum in Bonn-Beuel

Angelo Branduardi: Die Laude des Heiligen Franziskus am 16.2.2006 im Brückenforum in Bonn-Beuel

Dies ist nun ein für mich etwas ungewohntes Rezensionsobjekt: eine Laude. Dass eine Laude ein Lob ist, weiß man ja als alter Lateiner, dass im katholischen Bereich Loblieder als „laudes" bezeichnet auch. Aber was es nun mit dieser Laude auf sich hatte, erfuhr ich erst zu Beginn der Veranstaltung selbst, zu der ich weniger der Laude wegen, als wegen Maestro troubadouriensis Angelo Branduardi selber, den ich vor einigen Jahren schon mal am selben Ort erleben, und über dessen heurigen Auftritt ich nun eine Rezension schreiben durfte.

Eine Laude also ist ein musikalisches Theater, wie es im Italien des 13. Jahrhunderts in der Franziskanischen Frömmigkeitsbewegung aufkam und in welcher in unterhaltsamer Form religiöse Inhalte dem Volke vermittelt wurden. Und eine solche bot nun Angelo Branduardi dem Volke vom Bonn zu Beginn des 21. Jahrhunderts, wobei er alte und neue Formen der Darbietung meisterhaft miteinander verband. Zunächst sah man auf der Bühne noch eine Bühne, und zwar ein Holzgestell mit Treppen, Rampen und Plattformen, so wie sie damals im mittelalterlichen Italien für die Lauden üblich waren, aber links und rechts auf zwei Leinwänden konnte man wie in einem Filmabspann dann lesen, worum es ging. Angelo stand da mit einer E-Geige, spielte ein wenig, Tänzer und Tänzerinnen erschienen auf der Bühne, zunächst wusste ich das nicht so richtig einzuordnen. Außer Angelo spielten noch drei Musiker mit: Davide Ragazzoni auf Schlagzeug und anderen Percussionsinstumenten wie Gong und E-Trommel hinter einer Glaswand etwas versteckt, Giovanni Vianelli auf Keyboard und später auch mal Akkordeon und Stefano Olivato auf einem E-Kontrabass. Da war also viel Elektronik im Spiel, trotz aller Mittelalterlichkeit. Die Melodien hörten sich großenteils auch nicht mittelalterlich an, sondern waren in dem für Angelo so typischen postmodernen Stil zwischen kräftigen Rhythmen, Sphärenklängen und Volkslied. Angelo überraschte mich dann mit einem besonderen Instrument, mit einem wunderbar vollen Klang, einer Gitarre, die oberhalb des Griffes noch einen Bogen hatte, an dem wie an einer Harfe oder einer Leiser weitere Saiten befestigt waren: eine Harfengitarre, wie er am Schluss erklärte, die um 1820 in Italien erfunden und dann vor allem von Serenadensängern unter den Fenstern ihrer Liebsten benutzt wurde. Diese Liebsten beantworteten die Serenaden aber nicht selten mit einem Wasserschwall, so dass Harfengitarren meist nur wenige Jahre überlebten. Das zumindest erzählte der Meistertroubadour dem staunenden Publikum, so wie Gigi in „Momo" den Touristen allerhand zu erzählen pflegt.

Aber zurück zur Laude: Allmählich entwickelte sich aus Musik und Tanz eine Handlung, die der Maestro auf deutsch ein wenig erklärte. Es war im Endeffekt die Lebensgeschichte des Heiligen Franziskus von Assisi, nicht unbedingt ganz historisch, dafür um so legendärer. Von der Gründung des Franziskanerordens nebst des Clarissinnenordnes über die ersten Missionsreisen in Italien, Spanien und Marokko, die Reise zum Sultan während des 5. Kreuzzuges und zahlreiche Wundertaten bis zur endgültigen Heimkehr im Tode. Angelo erklärte und sang einiges auf Deutsch, Daniel Cafer spielte den Franziskus, Jessica Higgins die Clara und Andreas Thele Franzens engsten Gefährten Bernardo, wobei sie ihre Texte auch alle auf Deutsch sprachen. Vor allem Jessica und Daniel strahlten dabei so eine Begeisterung aus, dass man meinte, es handele sich um eine Liebesgeschichte, und im Grunde war es das ja auch, wenn auch weniger sexuell als spirituell. Italienische Liedertexte wurden auf den schon erwähnten Leinwänden in Übersetzung zum Mitlesen angeboten, wobei Luisa Zappa Branduardi die italienischen und Burkhard Brozat sie deutschen Lyriken geschrieben hat. Die Tänzerinnen Monica Uallini, Elisa Ferrari, Tiziana Uitto, Scilla Zizifo, Daina Pezzoti und Maria Tirelli spielten verschiedene Rollen, mal das Volk, mal die Mönche, zumeist aber die Nonnen rund um Clara, wobei ihre Ballettbewegungen alles andere als monastisch anmuteten, sondern sie wirkten eher wie Elfen oder Feen. Aldo Esposito spielte mal einen Mönch, mal ich weiß nicht wen, und tanzte nicht minder elfisch. Angelo setzte auch mal Blockflöten ein, und es gab zwischendurch doch auch mal mittelalterliche Tunes, wie z.B. „A la via". Eine Melodie aber, die ich sowohl mit Angelo Branduardi als auch mit Franz von Assisi immer in Verbindung gebracht hatte, wurde nur mal in einer anderen Version angespielt, aber kam nicht so, wie ich sie von einem Film über Franziskus, bei dem Angelo die Filmmusik gemacht hatte, im Kopf hatte. Den berühmten Sonnengesang brachte er mit einer für mich neuen Melodie, die in Teilen große Ähnlichkeit zum Loch Lomond-Lied von Runrig hatte.

Die Laude selber dauerte ca. 1 ½ Stunden, und in der Zugabe sang Angelo einige seiner Evergreens wie „La Pulce d’Aqua", „Cogli la Prima Mela" und „Momo’s Lied", das Publikum ging gut mit, ganz zum Abschluss gab es dann noch „Stella Matutina" aus dem Libre Vermell, zu dem er auch eine Panflöte spielte, und Angelo erklärte, dass die Pilgerströme nach San Diago des Compostella die Grundlagen für das heutige Europa gelegt hätten. So erlebte das Volk von Bonn, bzw. so viele davon, dass der Saal im Brückenforum zu ca. ¾ voll war, einen zauberhaften Abend aus Historie und Legende, Spiritualität und Erotik, Tradition und Moderne und vor allem wunderbarer italienischer Musik.

Man mag sich fragen, warum ich immer von „Angelo" schreibe, als kennte ich ihn persönlich. Nein, er ist für mich genau so „nur" eine Berühmtheit, aber ich tue das ja in meinen Rezensionen mit allen Musikern so, dass ich sie beim Vornamen nenne, egal, ob ich sie näher kenne oder nicht. Unter Folkies ist man schnell beim Vornamen, und Angelo Branduardi ist sich sicher nicht zu fein, dazu zu gehören, auch wenn er ein 2-4000 Zuhörer zählendes Publikum als angenehm kleinen Rahmen empfindet. Die Namen der anderen Künstler auf der Bühne konnte man zwar im Abspann lesen, aber eine Liste zum Mitnehmen oder ein Programmheft gab es leider nicht. Einer der beiden CD- und T-Shirt-Verkäufer am Merchandisingstand war aber so nett, sie mir alle aufzuschreiben und mir dann auch noch die Single-CD „die sonne gesang" mitzugeben, worauf das Angelo den Sonnengesang auf Deutsch singt. Mille Grazie!!!


http://www.angelo-branduardi.com/ger/index.htm
http://www.brueckenforum.de/

Mehr interessante Infos unter:
http://www.angelo-branduardi.com/ger/inter_angelo.htm
http://www.tiscali.de/ital/ital_center_cultur.72449500.html
http://www.wz-newsline.de/sro.php?redid=104810
http://www.europamici.com/interview5.html

MAS

Saturday, February 11, 2006

Konzertrezension: Sahara am 11.2.2006 in der Harmonie in Bonn-Endenich

Sahara am 11.2.2006 in der Harmonie in Bonn-Endenich

Sahara gehört auch wie Le Clou zu den Gruppen, die ich schon oft gehört, über die ich aber noch nie eine Rezension geschrieben habe. Und wie Le Clou und die Lokal Heroes gehört Sahara seit Jahren zum festen Bestandteil der Konzerte im Parkrestaurant Rheinaue und spielen auch oft in der Harmonie, wo ich sie diesmal hörte. Jetzt fehlt nur noch, dass sie auch im Bungertshof auftreten, dann wäre das noch eine Gemeinsamkeit, von denen es tatsächlich noch ein paar gibt, sogar in musikalischer Hinsicht, auch wenn man das auf den ersten Blick bzw. Klang nicht glauben mag.

„Sahara“, das klingt nach Wüste, nach Nordafrika, und da kommt auch die Musik her, sowie zwei der Musiker, nämlich der marokkanische Hauptsänger und Keyboardspieler Ibrahim Hnine und der ägyptische Darabukatrommler Moustafa Osh. Die andern drei Musiker sind Deutsche, nämlich Carol Knauber mit seinen diversen E-Gitarren und einer mit wunderschönen Intarsien versehenen Laute, der E-Bassist Hans Greuel und der Schlagzeuger Andreas Pietralczyk. Carol und Hans sind Besuchern des Bonner Folktreffs eventuell noch durch ihre Zupfinstrument-Kammermusik-Formation String Attack bekannt, wobei ich mit „Kammermusik“ nicht Abwertendes meine, sondern die Filigranität ihrer Spielweise unterstreichen möchte. Sahara aber spielt Raϊ (für den Fall, dass ein Programm das Sonderzeichen falsch wiedergibt: das i hat zwei Punkte; vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Ra%C3%AF), eigentlich eine Popmusik, die vor allem im Maghreb und in Frankreich verbreitet ist, und deren zumindest für mich bekanntester Vertreter Khaled (vgl. http://www.folker.de/200501/02khaled.htm und http://de.wikipedia.org/wiki/Cheb_Khaled) ist. Die Sahara-Musiker aber nennen es nicht „Pop-“, sondern „Weltmusik“, und das nicht nur, damit ich einen Grund habe, diese Rezension zu schreiben.

Ibrahims Stimme transportierte arabische und französische Texte, die wohl kaum jemand aus dem altersmäßig sehr durchmischten Publikum verstand, auch ich nicht, obwohl ich beide Sprachen mal lernte, aber es waren auch nicht die Texte, die faszinierten und schon vor der Pause einige Zuhörer auf die Tanzfläche lockten, sondern diese Mischung aus langen Tönen aus Ibrahims Keyboard und Mund und der ansonsten mehr rhythmischen Spielweise der anderen, insofern eine ähnliche Konstellation wie bei Le Clou. Welche Bestanteile dieser Musik traditionell waren, weiß ich nicht, sicher die arabesken Schnörkel bei Ibrahims Gesang und Moustafas Tamburaspiel, ansonsten war es eine hochmoderne Musik, die sich zahlreicher Provenienzen bediente, so auch nord- und südamerikanischer, ja Reaggaerhythmen konnte man ohne Zweifel bei einigen Lieder ausmachen, und Carols E-Gitarrenspiel erinnerte meine Frau mal an Jimmy Hendrix, mal an Carlos Santana, was ich ihr einfach mal so glaube, während ich diese beiden Berühmtheiten mehr dem Namen nach kenne. Mich erinnerte sein E-Gitarrenspiel und auch wie er da stand an der aus Bühnenperspektive gesehen linkern vorderen Ecke mit seiner Sonnenbrille an Kristap Grasis, der mit den Lokal Heroes noch zwei Wochen zuvor genau an der gleichen Stelle stand und spielte. Carol und Hans entlockten ihren Zupfinstumenten auch einen funkigen Sound, der dem der Lokal Heroes in nichts nachstand, eher sogar noch ein wenig funkiger war. Und Alexander unterstütze das Ganze mit seinem Schlagzeug kräftig. Die meisten Stücke waren noch gecovert von diesem oder jenem aus den Raϊ-Carts, aber Moustafa und Carol hatten auch Selbstkomponiertes dabei. Meine Lieblingsstücke von Sahara heißen „N’ssi, n’ssi“ und „Harba“, wobei ich nicht weiß, was das auf Deutsch heißt, das erste in etwa „Gemach, gemach“, das zweite soll ein algerischer Dialekt sein, den auch Moustafa mir nicht übersetzten konnte. Ganz am Schluss der Zugabe spielten sie das auch westeuropäischen Radiohörern bekannte „Aisha“ von Khaled.

Man merkt wohl, dass ich in dieser Musik nicht so zu Hause bin, aber dass sie mir gefällt. Der nächste mir bekannte und erreichbare Sahara-Gig wird am 29.4.2006 in Siegburg im Kubana (vgl. http://www.kubana.de/kubana/) leider zeitgleich mit dem 5. Bonner Irish Fok Festival in der Harmonie.

Der Saal war dieses Mal übrigens bestuhlt und betischt, so dass ich keine Probleme hatte, mein Bier abzustellen, und auch keines, ein neues zu bestellen, denn es wurde an den Tischen flott bedient. Mir fiel auch erstmals auf, dass sie Kölsch (Sion) halbliterweise ausschenken, nichts für Reagenzglasfanatiker, sorry, Kölschstangenliebhaber, aber ich finde es praktisch!

http://www.oshmusic.com/osh.htm
http://www.carolknauber.de/index.php?option=com_content&task=view&id=22&Itemid=57http://www.harmonie-bonn.de/

MAS

Thursday, February 09, 2006

CD-Rezension: Battlefield Band. the Road of Tears

Battlefield Band. the Road of Tears

Templerecords 2005 mit zahlreichen englischen Infos und Texten und ein paar Fotos
17 Tracks, 71,50 Minuten

Die Battlefield Band, benannt nach dem Glasgower Stadtteil Battlefield, in dem sich die Band gründete (Dank an Mike Kamp, der dachte, das sei allgemein bakannt, für die Info!) legt mit dieser CD ein Themenalbum vor, wie es auch schon auf ihrer 2006er Konzerttournee zu hören war (vgl. meine Rezension vom Konzert in der Bonner Brofabrik am 1.2.2006: http://tinyurl.com/8jxnl). Das Thema Migration, als Wanderung im Sinne von unfreiwilligem Auswanderen aus der Heimat und Einwandern in ein fremdes Land wird in neun Liedern behandelt, die natürlich auch vom Auswandern aus der schottischen Heimat nach Amerika oder Australien handeln, aber auch von der Auswanderung von Irland nach Schottland oder von Mexiko in die USA. Politische Verfolgung, Armut, Arbeitslosigkeit, Hunger oder geplant durchgeführte Landvertreibung werden in Texten aus drei Jahrhunderten als Ursachen genannt, wobei außer Alan Reid auch Robert Burns und Woody Guthry als Autoren genannt werden, und einige Texte keinen bekannten Autor haben, daunter auch eines von Burns in nur Eingeweihten verständlichem schottischem Englisch, wie z.B. „Wee, sleekit, cow’rin, tim’rous beastie, ...“. Dass dies bei weitem nicht nur historische, sondern hochaktuelle Themen sind, wird im Büchlein ausführlich betont. Abgesehen von Guthrys „Plane Wreck at Los Gatos“ kann man alle Texte im Büchlein mit- oder nachlesen. Ohne die zahlreichen Infos zu den einzelnen Stücken im Büchlein würde man nicht heraus hören, dass auch einige der acht Instrumentals (bzw. es sind ja viel mehr, wenn man die Tunes der Sets einzeln zählt) die Migration oder verwandte politische Ereignisse zum Thema haben, so z.B. „Ely Parker“ benannt nach einem Seneca-Indianer, der im 19. Jh. als erster Indianer Kommissar für Indianerangelegenheiten war bis ihm als Nicht-US-Bürger das Anwaltspatent entzogen wurde, oder „Mr. Galloway goes to Washington“ über einen britischen Abgeordneten, der für die Vermeidung beider Golfkriege eintrat und deshalb nach Washington ging, um eine Anschuldigung wegen angeblicher Ölgeschäfte mit dem Irak zu widerlegen, beide Tunes übrigens im ersten Set. Auch der Ohrwurm, der im Konzert den Opener darstellte, ist dabei, wenn auch auf Position 15, und heißt „Mary’s Dream“, was mit dem Albenthema mal nichts zu tun hat, so wie auch andere Tunes von anderen Themen inspiriert sind, z.B. von der Hochzeit, und da wird im Büchlein versichert, dass „surely girls and marriage have nothing ideologycally to do with hardship, cruelty, pain, slavery, and immigration, or do they?“.

Musikalisch haben wir bei diesem Album wieder mal ein exzellentes Beispiel traditionsverwurzelter und doch moderner schottischer Volksmusik mit einigen irischen und eben einem mexikanisch-amerikanischen Stück dabei. Alan Reid singt und spielt Keyborad, Akkordeon und Melodika, Mike Katz spielt Highland Pipes, Small Pipes, Low Whistles, Tin Whistles (im Konzert auch, die hatte ich nur vergessen zu erwähnen), Bassgitarre und Bouzouki, Sean O’Donnel, der Ire in der Truppe, singt und spielt Gitarre, und Alasdair White spielt Fiddle, Whistles und Bouzouki. Es geht oft rasend schnell zu, oft aber auch sehr melancholisch, dem Thema angemessen. Zwei Lieder sind Übernahmen von zwei früheren Alben, und da singt eine Frau mit, deren Name wahrscheinlich in den Büchlein besagter zwei Alben steht, aber leider nicht in diesem. Vielleicht sind es ja auch zwei verschiedene Frauen.

Zum Schluss noch eine Strophe des Titelliedes und Openers des Albums von Alan Reid :

„They came at dawn out the darkness
Swords and torches in their hand
They said it was the chieftain’s orders
Clear the hillside and the glens
No more we’d smell the broom and the heather
Share the bannock with our kin
Be laid to rest beside our fathers
It almost broke our hearts and minds
To board the ship, the ship of tears
To board the ship, the ship of tears.”

http://www.battlefieldband.co.uk/
http://www.templerecords.co.uk/
http://www.folker.de/200601/02battlefieldband.htm

MAS

CD-Rezension: Dán. Stranger at the Gate

Dán. Stranger at the Gate

Eigenverlag 2005 mit mit deutschen Infos und Fotos
12 Tracks, 56,35 Minuten

Ein Foto einer steinernen Buddhafigur auf einem Torpfosten ziert das orangene Cover. Der Buddha als Fremder am Tor auf einem Cover in der Farbe buddhistischer Mönchsroben, aber nein, es handelt sich nicht um eine CD mit buddhistischer Musik, worauf auch die keltische Ornamentik links oben hinweis, sondern um keltische Musik aus Irland und Schottland nebst einigen kontinentaleuropäischen Melodien und einer aus Quebec. Die Musiker sind ein Oldenburger, ein Augsburger und eine Münsterländerin, Joergen W. Lang (Gitarre, Low Whistle und Hauptsänger), Johannes Mayr (Akkordeon, Kontrabass und Gesang) und Franziska Urton (Fiddle und Gesang), eben die selben, deren Konzert am 20.1.2006 im Bungertshof in Königswinter-Oberdollendorf in auch rezensiert habe (vgl. http://tinyurl.com/8fmug). Acht Tunes bzw. Tunesets (Jigs, Reels, Polkas, Lamentations u.a.) und vier Lieder („When I First Came to Caledonia“, „The Snows They Melt the Soonest“, „Hares on the Mountain“ und „Sandy Bell’s Broadstreet“) enthält diese von Anfang bis Ende spannungsreiche Scheibe, zumeist Traditionals oder aus den Federn irischer Musiker wie z.B. Jerry O’Connor, Mick Kensella oder Cathal McConnell, wobei das der CD den Titel gebende „The Stranger“ vom amerikanischen Sackpfeifer Benedict Koehler stammt. Aber auch Joergen Lang hat zwei Eigenkompositionen beigesteuert, das schon in der Konzertrezi erwähnte „Nem Üzemel“ unverkennbar aus seiner und Johannes` Hölderlin Express-Zeit, an dem ich mich gar nicht satt hören kann, und die „Lament for Kim“. Und natürlich sind alle Stücke ganz neu arrangiert, so dass man zwar das eine oder andere kennen mag, aber so gespielt dann doch noch nie gehört hat. Anders als beim Live-Auftritt kann auf der CD Joergen auch mal gleichzeitig Gitarre und Low Whistler spielen. Wunderbar finde ich zum Beispiel auch die Kombination der Meldodie des deutschen Volksliedes „Wie schön blüht uns der Maien“ mit dem irischen Lied „Hares on the Mountain“, wobei diese Zusammenstellung zwei Liebende, die zueinander finden, symbolisiert. Alle diese und viel mehr Infos findet man in dem Büchlein mit sechs schlicht, aber sehr ansprechend gestalteten Innenseiten. So nach dem vierten oder fünften Durchhören mag man da hinein schauen, aber besser ist, man schließt die Augen und hört einfach zu, und das werde ich noch oft tun.

http://www.danmusic.de/ (dort kann man auch die CD bestellen)

MAS

CD-Rezension: Woltähr. Trier night & day. bonus tracks 2001 – 2005

Woltähr. Trier night & day. bonus tracks 2001 – 2005

2005 Eigenverlag mit Fotos und wenigen Infos
15 Tracks, 58,17 Minuten

Eine CD voller Bonus Tracks für Fans. Tatsächlich, das ist der Zweck dieser selbstgebrannten Scheibe, die kostenlos an alle abgegeben wird, die „Trier by night“ (vgl. http://tinyurl.com/axchx) schon besitzen und zu schätzen wissen. Sie beginnt mit einer fast melodielosen 1. Versuchsversion von „Trier bei Naocht“, die zwar interessant ist, aber mich doch froh sein lässt, dass für der dann offiziell veröffentlichten CD eine andere Version genommen wurde. Auch der „Kirchgang“ von Heinrich Heine ist hier in einer anderen Version zu hören, mit vertauschten Gesangsrollen von Walter Liederschmitt und Chris Oberweis, und auch viele der anderen Stücke sind Alternativversionen zu den auf „Trier by night“ veröffentlichten, so z.B. vom „Musleindijaner-Singsang“ oder vom „Höhenflug (Santa Fe)“, auch diese weniger gut als die offiziellen Versionen. Aber es gibt auch mehrere Lieder, die einfach nicht mehr drauf gepasst haben, so z.B. „Riki Tiki Tavi“ und „Jersey Thursday“ ursprünglich von Donvan, hier aber frei interpretiert, „Il fait chaud“ von Florence Absolu und ansonsten Eigenkompositionen von Walter Liederschmitt, Carsten Söns und Uwe Heil, allesamt genussreich zu hören für die, die die Musik von Woltähr generell mögen, wie mich eben. Diese drei und Uli Hilsamer, soewie Norbert Brenner, Ron Bankley und Rivière Baudette sind denn auch zu hören, wie sie singen und/oder ihre Instumente bedienen, also Gitarre, Leier, Drums, Bass u.a. Der letzte Titel ist indes ganz neu: „Der Meeres und der Liebe Wellen“, entstanden 2005 im Urlaub in Kanada.

http://www.woltaehr.de

MAS

CD-Rezension: Walter Liederschmitt & Andreas Sittmann. Treverer Barden. Trier/Mosel

Walter Liederschmitt & Andreas Sittmann. Treverer Barden. Trier/Mosel

Eigenverlag 2005 mit Fotos und deutschen u. teilweise englischen Infos, und einem Text in Latein, Deutsch und Englisch
12 Tracks, 38.07 Minuten

Walter Liederschmitts Spezialität mit seiner Band Woltähr ist die Verbindung von moselfränkischer Mundart, Hochdeutsch und anderen Sprachen mit Texten über seine Trierer und moselländische Heimat mit zahlreichen Bezügen zur keltisch-römischen Antike, zur engen Nachbarschaft zu Frankreich, zu den keltischen Verwandten in der Bretagne und auf den britischen Inseln und zum Kampf gegen jegliche obrigkeitliche Bevormundung. Andreas Sittmann ist Frontsänger der Trierer Irish Folk – Gruppe Ramblin Rovers. Für diese CD haben sie sich mit elf weitern Musikern Triers zusammen getan, nämlich mit Volker Dellwe (Flöten, Dudelsack), Chris Oberweis (Gesang, Violine, Mandola); Ulrike Jockum (Kontrabass), Thommis oder Thomas Kramer (Violine; auch Rambing Rovers), Werner Schlöder (Bass; auch Rambing Rovers), Thomas Meier (Drums); Uli Hilsamer (Brums), Carsten Söns (Bass, Gesang; auch Woltähr), Uwe Heil (Gitarre, Gesang; auch Woltähr), Ralf Hess (Piano) und Walter Jäger (Violine), wobei Walter singt und Concertina, Leier und Gitarre spielt und Andreas singt und Gitarre spielt. Nun ist diese CD keine hundertprozentige Neueinspielung von 2005, sondern enthält auch Aufnahmen von 1986, 1996, 1997, 1998 und 2003.

Das erste Lied „Trever per dulzer“ stammt aus dem 12. Jh. und wird lateinisch gesungen, das letzte „Son ar chistre“ ist die bretonische Urversion von „Was wollen wir trinken“, zwischendurch ist fast alles auf Hochdeutsch und Moselfränkisch mit einzelnen französischen und englischen Einschüben. Dabei geht es sehr frankophil zu, auch politisch, wenn da Sympathie für die französische Revolution bekundet und die Preußen lieber in die Mosel geworfen werden, dann auch im Heuschrecken-Lied von 1848, als mit Heuschrecken noch nicht neoliberale Global Players, sondern eben die Revolutionäre gemeint waren, deren freies Hüpfen von der Obrigkeit nicht geduldet wurde. Zwichendurch gibt es auch Lieder zu Wein und Mosel, wie man sie aber nicht von Kegelclub-Moselwein-Stimmungsplatten kennt. Und mein Lieblingslied aus Walters Repertoire „Meine Heimat“ ist auch wieder dabei, diesmal begleitet von Walter Jäger auf der Violine.

Musikalisch ist es wieder sehr vielfältig, nicht selten countryartig, vor allem Chris Oberweis Geigenspiel, ansonsten klingen oft deutsche und französische Volkstänze an, ein „Trinkwunsch“ ist mehrstimmig a capella, Walters Stimme klingt bisweilen, als habe er Wein und Cidre kräftig zugesprochen, vor allem bei dem Wörtchen „Urbs“ ganz am Anfang.

Trier, zeitweise Regierungssitz des römischen Reiches, heute rheinland-pfälzische Bezirksregierungsstadt am deutsch-luxemburgisch-französischen Dreiländereck in der Eurregio Mosel-Saar-Luxemburg-Lothringen hat in seinen Barden wackere Söhne der Stadt, die mit Tiefgang, Fröhlichkeit, Aufmüfigkeit und Zartheit Heimatliebe beweisen, die keine Grenzen zieht, sondern selbige immer wieder überschreitet und ganz Europa und die Welt mit offenen Armen aufnimmt.

Die nächste Möglichkeit, sie live zu hören:
05.04.06
54318 Mertesdorf Karlsmühle “Treverer Barden“ mit W. Liederschmitt, Dorle Schausbreitner und A. Sittmann


Vgl. auch meine Rezension hier:
http://tinyurl.com/axchx


http://www.woltaehr.de
http://www.r-rovers.de
unter http://www.r-rovers.de/presse01.htm gibt es auch eine Konzertrezension von meinem Bruder Norbert

MAS

Friday, February 03, 2006

Konzertrezension: Le Clou am 3.2.2006 in Bungertshof in Königswinter-Oberdollendorf

Le Clou am 3.2.2006 in Bungertshof in Königswinter-Oberdollendorf

Le Clou wird in diesem Jahr 30. Deshalb habe ich Michel David, Yves Gueit und Johannes Epremian im letzten Herbst interviewt und aus dem Interview und einigen sonstigen Infos einen Artikel gemacht, der im Folker! 02.06 erscheinen wird. Aber obwohl ich in den letzten cirka zehn Jahren schon einige ihrer Konzerte gehört habe, habe ich noch nie eine Konzertrezension darüber geschrieben, so dass ich das nun hier endlich mal tue:

Johannes Epremian (Geige, Gitarren, E-Gitarre, Gesang), Michel David (Gesang, Gitarre, Waschbrett) und Yves Gueit (diatonische Akkordeons, diverse Flöten, dabei auch eine Okkarina, Oboe, Saxophon, Klarinette) standen aus Zuschauerperspektive von links nach rechts auf der Bühne im restlos gefüllten Bungersthof, hinter ihnen auch von links nach rechts Gero Gelert (E-Bass) und Ralf Schläger (Schlagzeug, was zum Namen passt), wobei letzterer natürlich saß. In der Anordnung stehen und sitzen sie anscheinend immer, was in die quirlige Musik einen Hauch von Ordnung bringt. Fans wissen, was sie erwartet, ihre Musik weist durch die Jahre eine hohe Kontinuität auf, auch neue Stücke passen sich ein in ihren Stil, und neue Stücke gibt es immer wieder, Eigenkompositionen überwiegen gegenüber Traditionals. Doch was ist das für eine Musik, mit der sie seit drei Jahrzehnten erfolgreich in Deutschland touren und von der sie auch leben können? „Cajun Swamp Groove“ nennen sie sie, oder „altmodische Tanzmusik aus dem Mississippi-Delta“.

Na, was heißt schon altmodisch? Johannes legte sofort mit seiner Geige los, schnell, rhythmisch, mehr deftig als verziert, aber äußerst mitreißend. Michel sang ein Lied nach dem anderen, auf Französisch, seiner Muttersprache, die ich leider nur ganz wenig verstehe, und sein Gesang bot einen scharfen Kontrast zur Rhythmik der Instrumente, auch seiner Gitarre oder seines Waschbretts, denn er bestand hauptsächlich auch sehr lang gezogenen Vokalen, na nicht nur, es gab auch schnelle Sätze, aber immer wieder diese lange Os und As und Es. Dann das Akkordeon von Yves, ähnlich dem Gesang, mal schnell, mal lang gezogen. Und so wogte es zwei Stunden lang durch den Raum, immer mitgetragen von E-Bass und Schlagzeug, meistens im 2/4-Takt des Two Step, aber auch mal im 3/4 oder 4/4. Allmählich gingen auch die Gespräche derjenigen Gäste, die Musik mehr zur Begeleitung ihrer Unterhaltung mögen, in Rhythmus über. Das war wirklich interessant, wie die Musik nach und nach die Aufmerksamkeit auch der Leute an den hintersten Tischen, wo auch wir saßen, eroberte. Es gibt Musik, da schwindet die Aufmerksamkeit, und es gibt Musik, da steigt die Aufmerksamkeit, und dazu gehört die von Le Clou. Da lag nicht nur daran, dass die Lautsprecher im hinteren Saalabschnitt nicht von anfang an optimal eingestellt waren, auch nicht nur daran, dass Johannes mit seiner Geige auf die Tische stieg und so auch nach hinten kam, obwohl das schon Eindruck machte. Das macht er übrigens gerne, und bei einer solchen Gelegenheit entstand auch das auf unserer Startseite unseres Internetportals für Folk- und Weltmusik in Bonn und Umgebung zu sehende Foto, ja jetzt habe ich es offiziell verraten: es ist Johannes Epremian, der Teufelsgeiger von Le Clou, der dienstältesten Bonner Folkband.

Der Two Step ist der Reel der Cajuns, eine Verballhorunung von „Arcadiens“, der französischsprachigen Einwanderer in Louisiana, die von den Engländern aus Arcadien in Ostkanada vertrieben worden waren, doch Cajun-Musik hat noch mehr Einflüsse aufgenommen, vom kreolischen Zydeco, vom Blues, vom Jazz, vom Dixieland, von der Country & Western Music, von den Volksmusiken irischer, schottischer, deutscher und anderer Zuwanderer, und das hört man auch bei Le Clou heraus. Wenn Johannes seine 1937er Metallgitarre bedient wird es bisweilen westernartig, wenn Yves seine Flöten spielt wird es französisch, bretonisch, beim Saxophon jazzig, bei der Klarinette dixieländlich. Johannes erzählte zwischendurch wieder lustige Geschichten zum Beispiel von vom Moonshine Whiskey aufgedunsenen Polizisten, Michel machte Grimassen, die bestens in ein Asterixheft passen würden, Yves schaute wie ein Walross über seinen Schurbart, als könne ihn nichts erschüttern, dann spielt er auch mal zwei Blockflöten gleichzeitig oder eine nepalesische Bambusflöte mit mehr Löchern als ein Mensch Finger hat. Mein Liebelingsstück spielten sie erst bei der Zugabe: „La robe à Tante Dolly“, ein Two Step der klassischen Art. Man mag es kaum glauben, dass ein Land, das eigentlich hauptsächlich aus träge dahin fließenden Flussarmen besteht, eine solche Musik hervor gebracht hat. Vielleicht ist das aber auch gar kein Gegensatz, denn Flüsse steigen manchmal über die Ufer wie Johannes auf die Tische, die wirken friedlich, aber haben eine enorme Kraft, sie schleppen eine Menge Treibgut heran und wieder hinweg, sie sind immer in Bewegung, alles fließt. Am Schluss saß niemand mehr, außer Ralf am Schlagzeug. Wenn das altmodisch ist, bin ich gerne altmodisch.

Von meinen Bekannten aus der Bonner Folk-Szene sah ich niemanden im Publikum, aber es wird am 31.3.2006 in der Harmonie wieder die Gelegenheit geben, und im Laufe des Jahres beim Beuler Rheinuferfest und im Sommer im Biergarten des Parkrestaurants Rheinaue, wo auch besagtes Foto entstand. Johannes spielt eigentlich lieber auswärts, wo ihn niemand kennt, als müsste er sich schämen dafür, dass er so gerne auf die Tische steigt. Ob für ihn in der Harmonie extra Tische aufgestellt werden? Warten wir es ab! Zwischenzeit könnt Ihr den im März neuen Folker! kaufen und dort nachlesen, was Ihr schon immer über Le Clou wissen wolltet und Euch nie getraut habt zu fragen: Wie die Band enstanden ist, wie sie zu ihrem Namen kam, wer daran Schuld ist, dass sie überhaupt Cajun spielen, denn das war nicht immer so, was die magische Drei bedeutet, warum sie nicht so gerne in Frankreich spielen, was die Cajuns in Louisiana von Le Clou und was die drei Frontmänner von ihrem Publikum halten.

http://www.leclou.com
http://www.bungertshof.de
http://www.folker.de


MAS

Wednesday, February 01, 2006

Konzertrezension: Battlefield Band am 1.2.2006 in der Brotfabrik in Bonn-Beuel

Battlefield Band am 1.2.2006 in der Brotfabrik in Bonn-Beuel

DI dada dideldideldidada DI dada dideldideldidada dadeldideldideldadel DI dada … Ja, ich gebe es zu, so sollte man keine Rezension beginnen, aber ich fand den Opener des Battlefield Band – Konzertes mal wieder so phantastisch, dass er mich nun als Ohrwurm begleitet. Mal wieder? Ja, 1991, also vor 15 Jahren hörte ich die BB zum ersten Mal, damals im Café Hahn in Koblenz, und Iain MacDonald begann damals mit DI dada dada dadadaDAAA di dadada DIII dada dadaDAAA ... auf der Querflöte, ein Stück namens „Farewell my love“, zu högen auf der LP/CD „New Spring“. Diesmal war es Mike Katz, der das mir namentlich nicht bekannte Stück auf der Low Whistle begann, von Anfang an druckvoll begleitet von Sean O’Donnal auf der DADGAD-Gitarre, und dann die Whistle gegen seine Highland Pipe tauschte, besagte Melodie auf selbiger fortsetzte und dann in einen Reel überging. Das fuhr tief in die Nervenbahnen und brachte sie in Wallung!

So ging es weiter, der Spannung wurde keine Chance zum Nachlassen gegeben, auch wenn die Lieder, die mal Sean, mal Alan Reid sang, etwas ruhiger waren. Sie handelten hauptsächlich von Emigration aus Schottland oder auch aus Irland nach Amerika, Australien oder sonst wo hin, unfreiwillig versteht sich, den Wunsch zur Rückkehr immer im Gepäck. Heute geht es Schotten und Iren ja besser, aber weltweit ist das Thema aktuell wie eh und je oder eher noch aktueller als eh und je, worauf Alan hinwies. Sie ist also politisch, die Schlachtfeldbande aus Schottland, daraus machen die Musiker keinen Hehl, verpacken aber ihr politisches Engangement in super gute Musik. Alan begleitete die Songs und Tunes meistens auf dem Keyboard, nur einmal auf einem Akkordeon. Er sang die schottischen, Sean, der aus Nord-Irland stammt, die irischen Lieder, darunter auch „By the hush“, das auch den Namen „The emigrant“ trage, also nun der dritte Name des selben Stücks, das auch als „Paddy’s lamentation“ bekannt ist. Anfangs hatte Sean etwas Probleme mit seiner Stimme, da er „einen Kuli verschluckt“ hatte, aber am Schluss sang er einen Popsong mit Höhen, die männlichen Stimmbändern eigentlich sehr unangenehm sein dürften.

Die Schlachtfeldbande besteht aber aus vier Männern, und Alasdair White von der Isle of Lewis (dem Jubel zufolge war das halbe Publikum schon mal auf dieser letzten schottischen Insel vor Neufundland) bediente zwei Geigen und eine sehr dicke Bouzouki und eimal auch eine Higland Pipe. Wenn er seine Fiddle unisono parallel zu Mikes Highland Pipe spielte, hörte man sie kaum, wenn er aber eine zweite Stimme spielte oder Variationen des Themas oder eben solo, dass fand ich sein Spiel das Faszinierenste des Abends, egal ob bei langsamen oder rasend schnellen Stücken, der Bogen tanzte über die Saiten und verlor dabei so manches Haar. Dabei sind die schottischen Tunes ja meistens etwas härter und kräftiger als die irischen, und wenn er die Taktbetonung im vergleich zur Pipe etwas versetzte, dahinter die Gitarre und das Keyboard, und das zum Beispiel in einem Set, der mit langsamen, dann schneller werdenden Strathpeys begann und in Reels überging, dann vibrierten nicht nur die Gehörknöchelchen, sondern das ganze Publikum. Einige wagten es dann auch zu tanzen, denn es war etwas Platz zwischen der vordersten Stuhlreihe es fast restos besetzten Konzertsaales und der Bühne.

Mike Kamps Artikel über die BB im aktuellen Folker! 01-06 zufolge, war die Battlefield Band die erste, die die Highand Pipe in den 1970ern aus den militärischen Pipes&Drums-Formationen heraus nahm und in die Folkmusik integrierte. Dass dies nicht die ursprüngliche Bestimmung dieses Instruments war, hörte man LAUT UND DEUTLICH. Eines Mikrophons hätte die Pipe nun wirklich nicht mehr bedurft. Und trotzdem passte es, und Mike Katz zeigte, dass man darauf genau so schnell spielen kann, wie man es sonst eher von Uilleann Pipern gewohnt ist.

30 Jahre hat die BB nun schon auf dem Buckel, aber nur Alan ist als Gründungsmitglied noch dabei, so dass ich ihn auch 1991 in Koblenz und 1992 in Sulz am Neckar hörte. Mike Katz hörte ich auch 2000 beim Scottish Folk Festival im Brückenforum, Sean und Alasdair waren mir neu. Und diese Spannung von langer Bandgeschichte und ständiger Erneuerung durch Fluktuation scheint dieser Band nicht schlecht zu bekommen. Auch die Neuen passen sich in den Bandsound hinein, es hört sich auch durch die Jahrzehnte kontinuierlich an, und wirkt doch wie eine junge Band. Ich hatte es ja in Erinnerung, 1991 den Brian MacNeill noch dabei gehört zu haben, aber er verließ die BB schon 1990 wie Mike Kamp es schrieb und Alan Reid es bestätigte. Alan half meinem Gedächtnis nach und da kam es mir, dass ich Brian auch um 1991 herum ebenfalls im Café Hahn zusammen mit Tom McDonagh gehört und die beiden Konzerte in der Erinnerung zusammen geschmissen hatte. Dies war nun auch mein erstes BB-Konzert ohne John McCusker, der fast bei jedem Stück ein anderes Instrument gespielt hatte. Aber wie gesagt, die Fluktuation schadet der Band nicht, sondern es gilt nach wie vor „Forward with Scotland’s Past“.

Eine Rezension der neuen CD „The Road of Tears“ folgt demnächst.

Vielleicht noch das: Brotfabrik-Programmchef Jürgen Becker sagte mir, dass Bonn wohl eine Ausnahmestadt sei, was Folkkonzerte anbelangt. Statt der gewohnten etwa 40 Termine, hatte die Battlefield Band in diesem Jahr nur etwa 20, und hatte z.B. in Köln keinen Auftrittsort gefunden. Aber die Konzerte in der Brotfabrik seien generell gut besucht. Das liegt sicher nicht nur an dem leckeren Baltikabier, das man sich in der Pause an der Theke holen kann, und die gute Akustik und auch, dass man dank der Stufung niemanden so richtig vor der Nase sitzten hat, erklärt es auch nicht alleine. Irgendwie scheinen wir Bonner und Rhein-Sieg-Kreisler ein besonders folkiges Völkchen zu sein. Und das soll auch so bleiben!


http://www.folker.de/200601/02battlefieldband.htm
http://www.battlefieldband.co.uk/
http://www.templerecords.co.uk/
http://www.magnetic-music.de
http://www.brotfabrik-bonn.de/

MAS